03.10.2007

Rekordbeteiligung beim "Tag der offenen Moschee" am Mittwoch "Brücken für eine gemeinsame Zukunft"

Zum "Tag der offenen Moschee" am Mittwoch hatten hunderte Moscheevereine in ganz Deutschland ihre Tore geöffnet und zu Gesprächen über den Islam eingeladen. Und: Mehrere Zehntausende nutzten die Einladung. Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) sprach von einer Rekordbeteiligung.

Bundesweit wurden Führungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen angeboten. In diesem Jahr luden die im Koordinationsrat der Muslime vertretenen Verbände am Tag der deutschen Einheit erstmals gemeinsam ein, wie der Koordinationsrat in Köln erklärte. Sie hatten den Tag unter das Motto "Moscheen  Brücken für eine gemeinsame Zukunft" gestellt. In den vergangenen Jahren nutzten jeweils zehntausende Besucher die Gelegenheit, die Räumlichkeiten der islamischen Gemeinden zu besichtigen.Der "Tag der offenen Moschee" ist ursprünglich eine Idee des Zentralrats der Muslime und fand 1997 zum ersten Mal statt. Als Tag war bewusst der Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober gewählt worden, um das Selbstverständnis der beteiligten Muslime als Teil der deutschen Gesellschaft ausdrücken. "Wir Muslime in Deutschland betrachten uns als einen Teil der deutschen Geschichte", hatte der Sprecher des Koordinationsrates, Bekir Alboga, im Vorfeld des diesjährigen Moscheen-Tages erklärt.In Köln, wo alle Mitgliedsverbände im Koordinationsrat ihren Hauptsitz haben, boten zahlreiche Moscheevereine Besichtungstouren durch ihre Räume an. Die Zentrale der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) lud voraussichtlich zum letzten Mal zum "Tag der offenen Moschee" in ihre Gebetsstätte in Köln-Ehrenfeld ein. Anstelle des Gebetsraums in einer früheren Fabrikhalle soll eine moderne Kuppelmoschee mit zwei 55 Meter hohen Minaretten entstehen. Das Vorhaben sorgt seit Monaten für eine kontroverse öffentliche Debatte.In Bonn beteiligten sich acht von neun örtlichen Moscheen am Begegnungstag. Sie organisierten Gespräche über den Islam und das Zusammenleben verschiedener Religionen. So diskutierten in der DITIB-Moschee in der Bonner Nordstadt Muslime und Besucher über Krankheit aus islamischer und christlicher Sicht.Die große Mehrheit der rund 2.600 Moscheen in Deutschland gehört zur DITIB, zum Islamrat, Zentralrat oder zum Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ). Die vier Verbände bilden den Koordinationsrat.Daneben öffneten auch viele verbandsunabhängige Moscheevereine ihre Tore.Die meisten islamischen Gebetsstätten in Deutschland sind eher unscheinbar in Hinterhöfen oder umgebauten Gewerberäumen untergebracht. Etwa 150 Moscheen sind durch Kuppeln und Minarette äußerlich erkennbar, wie die Sehitlik-Moschee am Columbia-Damm in Berlin. Dort konnten sich Besucher die Kuppel im klassisch osmanischen Stil erklären lassen.