08.08.2007

Neues Gentechnikgesetz soll zu Schutzmaßnahmen verpflichten Wenn Gen, dann genau

Gentechnisch veränderter Mais wird auf deutschen Ackern seit 2005 angebaut. Für das kommende Jahr ist abzusehen, dass auch eine genveränderte Kartoffel auf den Markt komme. Um eine Übertragung des Saatgutes auf andere Felder zu verhindern, gibt es derzeit keine Schutzmaßnahmen. Mit der Novellierung des Gentechnikgesetzes, die das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen will, soll sich das ändern. Auch die Kennzeichnung von Gentechnikfreien-Produkten soll möglich werden.

Nach dem neuen Gesetz von Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) muss jeder Landwirt einen Mindestabstand von 150 Metern zu konventionellen Anblauflächen und von 300 Metern zu ökologischen Flächen einhalten. Außerdem müssen Produkte, die nicht von konventionellen und ökologischen Produktionsflächen stammen, gesondert gekennzeichnet werden.Seit der Zulassung 2005 ist der Anteil von genverändertem Mais in Deutschland sehr gering geblieben. Für die diesjährige Saison wurden rund 2 600 Hektar Gen-Mais gemeldet, die lediglich einen Anteil von 0,016 Prozent der gesamtem Mais-Anbaufläche in Deutschland ausmachen. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachen stellen mit knapp 95 Prozent den Großteil der deutschen Anbaugebiete dar.Entscheidet sich ein Landwirt dazu, genverändertem Mais anzubauen, muss er dies dem Bundesamt für Verbraucher und Landwirtschaft mitteilen. Zur Transparenz wird dann eine Liste aller anbauenden Landwirte veröffentlicht.Foodwatch unterstützt geplantes neues GentechnikgesetzDie Verbraucherorganisation Foodwatch begrüßt das geplante neue Gentechnikgesetz. Einen Tag vor der geplanten Verabschiedung des Gesetzes durch das Bundeskabinett sagte Matthias Wolfschmidt, Geschäftsführer von Foodwatch, am Dienstag im Deutschlandradio, er begrüße die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Dadurch könne der Verbraucher beim Einkauf selbst entscheiden, welches Produkt er bevorzuge.Forderungen nach einem Mindestabstand zwischen Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen zu konventionellen Produktionsflächen sieht Wolfschmidt kritisch. Dies sei schwer umzusetzen, da innerhalb der Europäischen Union darüber Uneinigkeit herrsche. Es müsse jedoch gewährleistet werden, dass in 20 Jahren eine Landwirtschaft möglich sei, die ohne Gentechnik veränderte Pflanzen produziere.