20.07.2007

Internationale Aidskonferenz beginnt in Sydney Auf dem Prüfstand

Mehr als 5.000 Wissenschaftler, Mediziner und Gesundheitsexperten beraten seit Sonntag im australischen Sydney über die neuesten Forschungsergebnisse rund um HIV und Aids. Neben dem Ausblick in die Zukunft mit der Frage, wann es einen Aids-Impfstoff geben könnte, stehen die derzeit angewandten Therapien und Präventionsstrategien auf dem Prüfstand.

"Wegen der sich ankündigenden, bedeutsamen medizinischen Entwicklungen war es niemals wichtiger, Wissenschaft effektiv in die Praxis umzusetzen", betonte Pedro Cahn am Freitag in Sydney.Cahn ist Vorsitzender der Internationalen Aids Gesellschaft, die die fünftägige Aidskonferenz (IAS 2007) organisiert. Die IAS-Konferenz sei der entscheidende Ort, um eine engere Verzahnung aller Akteure aus Forschung, Gesundheitspraxis und Politik zu erreichen."Erklärung von Sydney" geplantDie Optimierung der vorhanden Therapien und Präventionsstrategien steht im Mittelpunkt der "Erklärung von Sydney", die die Konferenz verabschieden will. Zehn Prozent aller finanziellen Mittel für Aids-Programme sollen in Zukunft für die Verbesserung der bestehenden Maßnahmen eingesetzt werden, heißt in der bereits vor der Konferenz von mehr als tausend Aidsexperten unterzeichneten Erklärung. Den Geldgebern dürften keine Ausflüchte mehr gestattet sein, warum Menschen mit HIV und Aids nicht die bestmöglichen Behandlung erhielten.Nichtregierungsorganisationen (NRO) wiesen auf weiter bestehende enorme Probleme bei der Bekämpfung der Pandemie hin. Das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2010 fünf Millionen der weltweit rund 40 Millionen HIV-positiven Menschen mit Medikamenten zu versorgen, werde nicht erreicht werden, mahnte der NRO-Dachverband "International Treatment Preparedness Coalition".Hauptursache sei der immer noch zu hohe Preis für Medikamente.Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" rief die Verantwortlichen im Gesundheitssektor und die Politik dazu auf, mehr gegen die noch immer in vielen Ländern weit verbreitete soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung von Aidskranken zu tun.