01.07.2007

Adveniat nimmt Stellung zur UN-Zwischenbilanz der Milleniumsziele „Mit der Bekämpfung der Armut gewinnt man keine Wählerstimmen“

Der Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks, Prälat Bernd Klaschka, rät, stärker auf gemeinnützige Organisationen vor Ort zu setzen.Die Halbierung der weltweiten Armut bis zum Jahr 2015 sei ein sehr ambitioniertes Ziel, so Klaschka. Vor allem, weil dabei die unterschiedlichen Interessenslagen von Industrienationen und armen Ländern in Übereinstimmung gebracht werden müssten. Deutschland habe sich verpflichtet, 0,7 Prozent seines Bruttosozialprodukts für die Erreichung der Milleniumsziele auszugeben. Allerdings sei das den Wählern in den Industrienationen nur schwer zu vermitteln. Politiker scheuten vor den Konsequenzen zurück. Klaschka: „Mit der Bekämpfung der Armut gewinnt man keine Wählerstimmen.“Zudem sehe sich die Politik in den Entwicklungsländern weniger dem Allgemeinwohl als vielmehr partiellen Interessen verpflichtet. Klaschka schlägt deshalb vor, Organisationen, die vor Ort an der Basis arbeiten, viel stärker in die Bekämpfung der Armut mit einzubeziehen.  „Hilfswerke und deren Erfahrungsschatz und Kontakte sollten genutzt werden, um wirklich den Menschen vor Ort helfen zu können.“ Das sei eine Strategie. Eine andere sei es, die Korruption in diesen Ländern zu bekämpfen. Die Politiker sollten am besten in ethischem Verhalten geschult werden. Menschen in den Industrienationen können laut Klaschka ebenfalls im Kampf gegen die Armut  aktiv werden. Jeder sollte die Politiker seines Wahlkreises auf diese Themen ansprechen. Allmählich würde so ein Bewusstsein auch auf Ebene der Bundespolitik erwachsen. Die Vereinten Nationen hatten im Jahr 2000 die sogenannten Milleniumsziele formuliert. Eines der populärsten: die Halbierung der weltweiten Armut bis zum Jahr 2015. Heute wurde in Genf eine Zwischenbilanz gezogen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach dabei von einem Versagen der meisten Industriestaaten.