25.06.2007

Lebensmittel werden knapp Gaza braucht Hilfe

"Die Versorgung der Menschen wird immer schwieriger", berichtet Constanine Dabbagh aus Gaza-Stadt. Er ist Regionalkoordinator der Flüchtlingshilfe des mittelöstlichen Kirchenrates (DSPR), einem Partner der Diakonie Katastrophenhilfe. "Da die Grenzen zu Israel geschlossen sind, können keine Waren mehr eingeführt werden. Die Preise für Lebensmittel steigen, Diesel und Benzin werden knapp."

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden, damit sie gemeinsam mit DSPR die dringend notwendigen medizinischen Dienste im Gazastreifen fortführen kann. Mit DSPR ist die Diakonie Katastrophenhilfe über ihre weltweite Allianz ACT (Kirchen helfen gemeinsam) verbunden. Die Organisation unterstützt bereits seit Jahren mehr als 10.000 arme Familien in Gaza mit medizinischen und sozialen Einrichtungen. Auch während der Kämpfe zwischen Hamas und Fatah, die viele Verletzte und Tote gefordert haben, sei der Betrieb in den drei Krankenstationen aufrecht erhalten worden, berichtet Dabbagh. Es sei jedoch zusätzliches Personal nötig, da der Bedarf an medizinischer Hilfe steige. Durch die anhaltend schlechte Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser steige die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Der Gesundheitszustand der Menschen im Gazastreifen werde sich in den nächsten Wochen noch verschlechtern, wenn die Region isoliert bleibt. Der Gazastreifen zählt zu den ärmsten und am dichtesten besiedelten Regionen der Welt. 80 Prozent der 1,5 Millionen Einwohner leben nach Angaben der Vereinten Nationen unter der Armutsgrenze und können sich nicht selbst versorgen. Israel hatte sich im September 2005 aus Gaza zurückgezogen, kontrolliert aber noch immer die Grenzen und den Zugang zum Mittelmeer. Mitte Juni 2007 hatte die radikalislamische Hamas nach gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Fatah die Kontrolle über das Gebiet übernommen.Ferrero-Waldner: 22 Millionen Euro für PalästinenserregierungDie EU wird die neue palästinensische Regierung im Westjoranland umgehend mit 22 Millionen Euro unterstützen. Damit solle das Übergangskabinett von Ministerpräsident Salal Fajad offene Rechnungen gegenüber der Privatwirtschaft begleichen können, sagte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Mittwoch im Europaparlament in Straßburg.Ferrero-Waldner und der deutsche Europa-Staatsminister Günter Gloser betonten, derzeit werde geprüft, wie die politische und finanzielle Zusammenarbeit mit der palästinensischen Regierung wieder aufgenommen werden könne. Die EU-Außenminister hatten am Montag dazu ihre Bereitschaft erklärt.Die Außenkommissarin und Gloser sagten, die humanitäre Hilfe für die Palästinenser müsse auch im Gazastreifen weitergehen. Beide bedauerten, dass die derzeitige schwierige Sicherheitslage die Arbeit von Hilfsorganisationen unmöglich gemacht habe.Welternährungsprogramm verstärkt Hilfe im GazastreifenDas Welternährungsprogramm WFP weitet seine humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen aus. In der Region entwickele sich wegen der Unruhen der vergangenen Tage und der geschlossenen Grenzübergänge eine ernste humanitäre Krise, sagte WFP-Landesdirektor Arnold Vercken am Mittwoch in Jerusalem.Die Vorräte an Nahrung nähmen weiter ab und seien in einigen Gebieten bereits aufgebraucht; Menschen starteten Panikkäufe, die Preise stiegen. Das WFP kündigte an, 225 Tonnen Nahrung per LKW in den Gazastreifen zu schicken.