11.06.2007

20 Jahre deutsche Aids-Stiftung "Da brach Panik aus"

60 Milliarden Dollar wollen die G8-Staaten Afrika für die Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria zur Verfügung stellen. Das haben die sieben reichsten Industrienationen und Russland auf dem Gipfel in Heiligendamm beschlossen. Aids im Blickpunkt der Mächtigen, drüber freut sich auch die Deutsche AIDS-Stiftung.
Die Stiftung feiert in Bonn-Bad Godesberg ihr 20-jähriges Bestehen. Die Ehrenvorsitzende der deutschen AIDS-Stiftung und ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im domradio über 20 Jahre Aufklärung und Forschung im Kampf gegen Aids.

Als vor 20 Jahren erste Informationen über die Krankheit und später auch die Krankheit selbst nach Deutschland kamen, brach Panik aus. Die Aids-Stiftung hatte es sich daher bei ihrer Gründung zur Aufgabe gemacht, Aufklärung zu leisten. Um Ansteckung zu verhindern, aber auch, um die Betroffenen vor schwerer und unnötiger Diskrimminierung zu schützen. Rita Süßmuth im domradio-Interview über 20 Jahre Arbeit in der Aids-Stiftung.Neuinfektionen steigen wiederDie Bundesregierung will den Kampf gegen Aids verstärken und die Mittel für Prävention und Aids-Forschung aufstocken, kündigte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Montag in Bonn an. In den vergangenen Jahren sei zwar schon viel erreicht worden, erklärte die Ministerin, Besorgnis erregend sei jedoch die Zahl der jährlichen Neuinfektionen, die in den vergangenen sechs Jahren um rund 40 Prozent zugenommen habe. Die Schutzbereitschaft lasse nach, weil viele Menschen glaubten, Aids sei heilbar.Für dieses Jahr stehen nach Schmidts Angaben 12,2 Millionen Euro zur Verfügung. Zudem habe das Kabinett eine neue Strategie bei der Aufklärung beschlossen. Sie werde sich künftig stärker auf einzelne Zielgruppen richten. Vor allem das Internet solle vermehrt als Medium für Prävention und Beratung genutzt werden.Internationaler Kampf gegen Aids nötigDer Kampf gegen die Immunschwächekrankheit könne letztlich jedoch nur durch internationale Zusammenarbeit erfolgreich sein, sagte Schmidt.Die Bundesregierung habe hier viel erreicht, indem sie Aids zum Thema ihrer EU-Ratspräsidentschaft gemacht habe.Als besonderen Erfolg bewertete die Ministerin die Zusage führender Pharma-Unternehmen, jeweils landesspezifische Preise für Aids-Medikamente zu vereinbaren. Dadurch könnten die Arzneimittel auch für Menschen in ärmeren Ländern erschwinglich werden. "Wenn das Wort der Pharmaunternehmen gilt, können wir das noch in diesem Jahr schaffen", sagte Schmidt.