01.06.2007

Religionsvertreter bereiten Botschaft für Heiligendamm vor Gute Nachbarn helfen einander

Bob Geldorf macht die Bild-Zeitung - und alle machen mit: "Kaiser" Franz Beckenbauer spricht vom Frieden, den der Fußball bringt, Angela Merkel will beim G8-Gipfel ein klares Signal für Afrika setzen, und auch die Kirche meldete sich zu Wort. - Unterdessen haben prominente Religionsvertreter angekündigt, sich am Dienstag in Köln zu treffen, um sich in einer Botschaft an den G-8-Gipfel wenden.

Religionsvertreter bereiten Botschaft für Heiligendamm vorZu den Teilnehmern zählen EKD-Ratschef Bischof Wolfgang Huber und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann.Auch zahlreiche weitere christliche Spitzenvertreter sowie Repräsentanten aus Judentum, Islam und der japanischen Shinto-Kirche nehmen an der Konferenz teil, wie es hieß. Unter ihnen sind der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Samuel Kobia, und der anglikanische Erzbischof Desmond Tutu aus Südafrika. Ähnliche Treffen hatte es auch vor den vorangegangenen G-8-Treffen gegeben. Am Mittwoch beginnt in Köln der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag."Wir können auch von den Menschen in Afrika lernen"Spitzenvertreter der katholischen Kirche hatten am Freitag mit Blick auf den G-8-Gipfel zu größeren Hilfsanstrengungen für Afrika aufgefordert. "Wir sind die Nachbarn der Afrikaner - und gute Nachbarn helfen einander in Zeiten der Not", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, in der "Bild"-Zeitung. Armutsbekämpfung, faire Handelsbeziehungen und Schuldenerlass seien die wichtigsten Forderungen, so der Mainzer Bischof.Kölns Kardinal Joachim Meisner betonte, Afrika brauche mehr Aufmerksamkeit für seine Probleme und den Mut, die vorhandenen Konflikte offen anzusprechen. Er plädierte für mehr Hilfe. Zudem seien die Afrikaner als Partner ernst zu nehmen; ihre Menschenwürde dürfe nicht missachtet werden. Lehmann unterstrich: "Wir können auch von den Menschen in Afrika lernen." Wer Afrika besucht habe, könne spüren, dass dies ein "Kontinent der Hoffnung" sei.Der für das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor zuständige Hamburger Erzbischof Werner Thissen wies eindringlich auf eine weltweit zunehmende soziale Spaltung hin. "Unsere Welt zerfällt immer mehr in Reiche, die zu viel zum Leben haben, und in Arme, die zu wenig haben", erklärte er in einem Hirtenwort. Täglich verhungerten 30.000 Menschen, meist Kinder. Mehr als 1,2 Milliarden Menschen lebten in extremer Armut. Thissen äußerte sich zugleich optimistisch über den Willen der Industriestaaten, den ärmsten Ländern zu helfen.