05.05.2007

Papst unterstützt Bischofsinitiative zum G-8-Gipfel "Macht weiter - zum Wohl der Welt"

Papst Benedikt XVI. unterstützt die entwicklungspolitische Initiative von Kardinälen und Bischöfen im Vorfeld des G-8-Gipfels. "Macht weiter - zum Wohl der Welt", forderte er die Kirchenführer auf, die ihm zum Abschluss einer Europa-Tour am Freitag im Vatikan ihr Positionspapier zur Globalisierung vorstellten.

Kirche will nicht konkrete Politik treibenBei einer Pressekonferenz zog der honduranische Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga eine positive Bilanz der Reise nach London, Berlin und Rom. Die verantwortlichen Politiker hätten ihren Anliegen aufgeschlossen zugehört. Mit gutem Willen müssten die gesteckten Ziele trotz aller Schwierigkeiten zu erreichen sein, so Rodriguez.Der Kardinal betonte, die Kirche wolle nicht konkrete Politik treiben, sondern durch Dialog und Meinungsbildung Lobbyarbeit für die Armen leisten. Die Bischöfe stellten daher auch keine neuen Forderungen. Vielmehr gehe es um eine Respektierung der bereits getroffenen Vereinbarungen für eine humanitäre ganzheitliche Entwicklung, an der sich alle beteiligen und an der alle teilhaben könnten.Thissen: Die Armen können nicht wartenZufrieden über die Rundreise und vor allem die Stärkung durch den Vatikan und den Papst äußerte sich der Hamburger Erzbischof Werner Thissen. Die Kirche setze sich bereits seit langer Zeit für die Armen ein. Sie müsse deutlich machen, dass die Armen nicht warten könnten, sagte Thissen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Rom."Sehr gute Auswirkungen" bescheinigte der Erzbischof dem jüngst veröffentlichten Briefwechsel zwischen dem Papst und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Darüber habe man sowohl im Berliner Kanzleramt als auch mit Benedikt XVI. bei der Audienz gesprochen.Thissen: Einsatz für die Armen unverzichtbarPositiv wertete Thissen auch die Treffen mit der Italienischen Bischofskonferenz sowie zuvor mit Ministerpräsident Romano Prodi. Natürlich sähen alle Länder immer auch ihre eigenen Schwierigkeiten. Die Kirche und ihre Vertreter müssten jedoch deutlich machen, dass "bei allen Schwierigkeiten im jeweiligen Land der Einsatz für die Armen unverzichtbar ist". Der theoretischen Zustimmung dazu müsse auch die Praxis folgen.Zur von mehreren Politikern zugesagten Anhebung der öffentlichen Entwicklungshilfe auf 0,51 Prozent bis 2010 sagte Thissen, am schwierigsten sei es bei den Finanzministern. Diese fragten auch nach der Deckung solcher Ausgaben. Das zu ermitteln, sei aber nicht Aufgabe der Kirche, so der Erzbischof. Die Mittel müssten gleichwohl beschafft werden. Da es in allen besuchten Ländern derzeit wirtschaftlich aufwärts gehe, sollte dies aber zu schaffen sein, meinte Thissen.