03.04.2007

Ein Abschluss der WTO-Verhandlungen scheint wieder möglich Biosprit bringt Bush und Lula da Silva zusammen

Am Wochenende trafen sich Prasiliens Präsident Lula da Silva und US-Präsidnet George W. Bush in Camp David. Nach ihrem Gespräch hoffen beide Politiker auf einen baldigen Abschluss der WTO-Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels.
Die USA zeigten ihre Bereitschaft zu Zugeständnissen bei der Einfuhr von Zuckerrohr zur Produktion von Biosprit, wenn sich Brasilien für einen Abschluss der WTO-Verhandlungen einsetzt.

US-Präsident George W. Bush bekräftigte nach dem Treffen das gemeinsame Interesse die WTO-Gespräche im Rahmen der Doha-Runde zu einem Abschluss zu bringen. "Brasilien und die USA treiben untereinander viel Handel, das muss sie anspornen, im Rahmen der Doha-Runde zusammenzuarbeiten", sagte Bush bei einer Pressekonferenz mit Lula in Camp David. Die WTO-Gespräche waren Ende Juli 2006 ohne Ergebnis, nach fünfjähriger Verhandlung unterbrochen worden.Bei dem Gespräch in Camp David ging es auch um die Förderung von Ethanol als alternativem Treibstoff. Die US-Regierung erhofft sich davon nicht nur eine Antwort auf die Gefahren des Klimawandels, sondern will so auch die Abhängigkeit von Ölexporten verringern. Brasilien und die USA sind die größten Ethanolproduzenten. Zusammen halten beide Staaten einen Anteil von 70 Prozent an der weltweiten Produktion. Brasilien kritisierte die hohen Einfuhrzölle der USA auf brasilianischen Biosprit.Gegen die Abhängigkeit von RohölDie USA wollen ein Viertel ihres Spritverbrauchs durch alternative Brennstoffe, durch Ethanol ersetzen. Brasilien verfügt durch den Rohrzuckeranbau über gewaltige Reserven und mischt heute schon zu jedem Liter Benzin ein Viertel Ethanol. Brasilianisches Ethanol wird aus Zuckerrohr gemacht. Das ist viel ergiebiger und preiswerter als der Mais, aus dem die USA ihren Biosprit produzieren.Der Bedarf an fossilen Brennstoffen konnte in Brasilien durch Ethanol um 40% reduziert werden. Rund ein Fünftel der 20 Millionen PKW nutzen Ethanol als Treibstoff, und rund 70% der Neuzulassungen sind sogenannte „Flex-fuel"-Autos, die sowohl normalen als auch biologischen Treibstoff nutzen können. Der Kampf gegen die Abhängigkeit vom Öl hat zwei Kontrahenten an einen Tisch gebracht. Doch die Monokulturen bergen auch große Probleme für die Umwelt. In Brasilien, dass seit den siebziger Jahren auf Biosprit setzt, gefährdet das Zuckerrohr die Baumsavanne, beschreibt Gilberto Calcagnotto, Brasilienexperte vom Hamburger Institut für Lateinamerika-Studien im domradio Interview.