06.03.2007

In deutschen Bistümern werden mehr oder weniger originelle Geschenkideen umgesetzt Papst Benedikt: Geburtstagsgrüße zum 80.

Mit der "wahrscheinlich längsten Geburtstagskarte der Welt" wollen die Bonner Bürger Papst Benedikt XVI. zum 80. Geburtstag gratulieren. Der Kölner Kardinal Meisner schenkt seinem Freund gleich eine ganze Messe. Und aus Benedikts Heimatbundesland wird es unter anderem 80 Flaschen Bier geben. Die Schäfchen wollen ihrem Hirten auf ganz unterschiedliche Weisen eine Freude bereiten.

Der Bonner Stadtdechant Wilfried Schumacher hatte die Idee für eine besondere Möglichkeit, dem Papst zu seinem Festtag zu schreiben und lädt alle Bonner ein, sich mit einem eigenen Gruß zu beteiligen. Bis zum ersten April haben die Bürger Gelegenheit, sich im Bonner Münster in die Schar der Gratulanten einzureihen. Der Gratulationstisch steht in der Basilika neben dem Eingang Münsterplatz. Die Din A4 Blätter sollen dann aneinandergeklebt und dem Papst zugestellt werden. Sie dürfen daher nicht geknickt werden und sollten rundherum einen 2 cm freien Rand haben. Berliner Professor komponiert Messe für den PapstDer Berliner Musik-Professor Wolfgang Seifen hat zum 80. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. eine Messe komponiert. Unter dem Titel "Tu es Petrus" (Du bist Petrus) wird sie am Vortag in der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale uraufgeführt. Das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" ist Mit-Initiator der Komposition. Aufgeführt wird sie durch 240 Mitgliedern von Chor und Orchester der Humboldt-Universität unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Constantin Alex.Schirmherr der Komposition ist der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Er zelebriert den Gottesdienst der Uraufführung. Am 10. Oktober soll das Werk im Petersdom erklingen. Dann überreicht Meisner dem Papst die Partitur als Geschenk. Bereits 1987 komponierte Seifen für Papst Johannes Paul II. eine Auftragsarbeit. Jetzt lehrt er an der Berliner Universität der Künste Improvisation und liturgisches Orgelspiel. Er ist auch Titular-Organist an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und stellvertretender Vorsitzender der "Konferenz der Leiter Katholischer Ausbildungsstätten für Kirchenmusik in Deutschland". Als Kind gehörte er den Regensburger Domspatzen an, die damals vom Bruder des heutigen Papstes, Georg Ratzinger, geleitet wurden.Erzdiözese schenkt Papst zum 80. Geburtstag 80 Flaschen BierDie Bayern mögen es etwas zünftiger. Auf seinen 80. Geburtstag am 16. April wird der Papst mit einem Geschenk der Erzdiözese München und Freising anstoßen können. Bei einer Romreise von Kardinal Friedrich Wetter und dem zwölfköpfigen Domkapitel wird Weihbischof Engelbert Siebler 80 Flaschen Bier an das Kirchenoberhaupt überreichen. Der Papst selbst gelte zwar nicht als "passionierter Biertrinker", die Spezialität aus Bayern werde in seiner Umgebung aber sicher schnell Abnehmer finden, die auf seine Gesundheit anstoßen wollen, betonte Siebler am Mittwoch. Die passenden Bierkrüge gibt es gleich mit dazu.Bei dem Bier handelt es sich den Angaben zufolge um ein dunkles Festbier der ältesten noch bestehenden Brauerei der Welt in Weihenstephan, das 2001 zum Fest des Diözesanpatrons der Erzdiözese, St. Korbinian, erstmals ausgeschenkt wurde. Eine aufgedruckte Abbildung zeige St. Korbinian im vollen Bischofsornat. Er habe im achten Jahrhundert im Gebiet um Freising den christlichen Glauben verkündet. Zu seinen Füßen sei der Korbiniansbär zu sehen, den der Papst in sein päpstliches Wappen aufgenommen habe.Auch von Kardinal Wetter wird der Papst ein Geschenk erhalten. Was es sei, wolle Wetter aber noch nicht verraten. Es könne jedoch bei feierlichen Papstgottesdiensten in der Liturgie verwendet werden.Und noch eine SäuleDie bayerischen Städte wollen Papst Benedikt XVI. zu seinem 80. Geburtstag am eine mehr als vier Meter hohe Säule schenken. Der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU), sagte der Nachrichtenagentur ddp, mit dem Kunstwerk des Eggenfelder Bildhauers Joseph Michael Neustifter wollten die Städte dem Kirchenoberhaupt aus Bayern ihre Verbundenheit zeigen. Die 100 000 Euro teure Stele solle ausschließlich durch Spenden der Städte und Gemeinden in Höhe von 1000 bis 2000 Euro finanziert werden."Das werden wir zusammenbekommen, kein Problem", betonte Schaidinger. "Es ist nicht ganz einfach, ein passendes Geburtstagsgeschenk für einen Papst auszusuchen", sagte er weiter. Daher habe er die Idee Neustifters, der bereits die Marktler Benedikt-Säule geschaffen hatte, gerne aufgegriffen. Bei der Vorstandssitzung des Städtetags Ende Januar habe er "die brandneue Idee verkündet", vor etwa zehn Tagen seien dann die Mitgliedsstädte eingeladen worden, "dabei zu sein".Um zu verhindern, dass sich nur einige wenige an der Gemeinschaftsaktion beteiligen, seien 2000 Euro als Höchstbetrag festgesetzt worden. "Und wenn wir bei 100 000 Euro sind, machen wir den Deckel zu", erläuterte der Regensburger Oberbürgermeister. Die Namen der beteiligten Städte würden im Sockel des Kunstwerks verewigt, das in der Nähe von Rom aufgestellt werden und die Lebensstationen von Benedikt XVI. darstellen soll.Joseph Ratzinger war 1951 in Freising zum Priester geweiht worden, von 1959 bis 1963 war er Professor für Fundamentaltheologie an der Bonner Universität und von 1977 bis 1982 Erzbischof von München und Freising. Am 16. April feiert er als Papst Benedikt XVI. seinen 80. Geburtstag.