03.03.2007

Die deutsche Solarwirtschaft steht mittlerweile stabil an der Weltspitze und wird auch in Zukunft wachsen Sonnige Aussichten

Milliardenumsätze, Zehntausende Mitarbeiter, riesige Exportanteile: Die deutsche Solarwirtschaft hat sich in denvergangenen Jahren an der Weltspitze etabliert. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) sind deutsche Unternehmen derzeit sogar "Technologieführer am Weltmarkt".

Umsatz bis 2020: 119 MilliardenGründe für die starke Stellung seien unter anderem die intensive Forschungsarbeit der Betriebe und die durch das Erneuerbare-Energien Gesetz (EEG) gute Entwicklung im Heimatmarkt. Gezielte Übernahmen am Weltmarkt hätten die Position zudem weiter gestärkt, betont der BSW Geschäftsführer Carsten Körnig.Seit 1990 wurden laut BSW insgesamt mehr als 15 Milliarden Euro in deutsche Solaranlagen investiert. Die Branche, die die beiden Bereiche Solarstrom (Photovoltaik) sowie Solarthermie umfasst, weise pro Jahr ein zweistelliges prozentuales Umsatzwachstum auf. Im vergangenen Jahr hätten die rund 7000 deutschen Unternehmen mit rund 53 000 Mitarbeitern rund 5,8 Milliarden Euro umgesetzt. Der Exporterlös habe bei mehr als 500 Millionen Euro gelegen. Bis 2020 soll sich der Umsatz der dann 10 000 Firmen auf rund 119 Milliarden Euro und der Exportanteil auf 70 Prozent erhöhen. Die Beschäftigtenzahl werde dann bei 255 000 gesehen.Die Anzahl der Solaranlagen sieht der Branchenverband 2020 bei mehr als drei Millionen. 2006 waren es rund 1,3 Millionen. Allerdings soll bis dahin auch der internationale Wettbewerb deutlich zunehmen, da immer mehr Länder das erfolgreiche deutsche EEG kopieren. "Sie nutzen es als Marktöffner in der Hoffnung, damit ebenfalls Solarindustrie ins eigene Land zu holen", hebt Körnig hervor. Damit würden sich aber zunächst einmal ausgezeichnete Exportchancen für die deutsche Solarindustrie ergeben.2006 wurden in Deutschland dem BSW zufolge Anlagen mit einer Leistung von 750 Megawatt neu installiert, so viel wie in keinem anderen Land der Welt. Für die kommenden Jahr sind Experten zufolge aber vor allem in Spanien, Griechenland, Frankreich und Italien höhere Wachstumsraten zu erwarten. Auch die Solarmärkte in den USA und Asien würden deutlich zulegen.Solarboom zu großem Teil in neuen Bundesländer In Deutschland findet der anhaltende Solarboom zu einem großen Teil in den neuen Bundesländer statt. Überwiegend im Osten entstehen neue Photovoltaik-Produktionsstätten. Die Gründe sieht der BSW in einer "ambitionierten Ansiedlungspolitik, qualifizierten Arbeitskräften und einer guten Infrastruktur". Im Westen und Süden Deutschlands profitieren Anlagen- und Maschinenbauunternehmen sowie das Elektro- und Dachdeckerhandwerk vom Solaraufschwung.In der Branche ist dabei ein Trend zum Komplettanbieter beziehungsweise in die der Anlagen- und Modulherstellung vorgelagerten Produktionsstufen zu beobachten, da dort die Gewinnspannen höher sind: Q-Cells aus Thalheim in Sachsen-Anhalt beteiligte sich unlängst an seinem wichtigsten Siliziumlieferanten, dem norwegischen Unternehmen REC. Der Hamburger Systemtechniker Conergy baut in Frankfurt an der Oder eine leer Chipfabrikhalle zu einer Produktionsstätte für Solarmodule um.Die Erfurter ErSol AG wiederum investiert in die so genannte Dünnschicht Produktion. Das Unternehmen liefert unter anderem Solarzellen an den Berlin Solartechnikkonzern Solon. Die Dünnschicht-Zellen sind günstiger in der Herstellung, erreichen allerdings nicht den Wirkungsgrad einer kristallinen Silizium-Zelle. Diese wandeln laut BSW etwa 13 bis 18 Prozent der auf die Zelle eingestrahlten Sonnenenergie in elektrische Energie um - Dünnschichtzellen nur 6 bis 9,5 Prozent. Allerdings wird zur Herstellung der Dünnschicht-Zellen nicht unbedingt das Rohmaterial Silizium gebraucht, sie können unter anderem auch aus Cadmium-Tellurit bestehen.