Weihbischof em. Franz Grave am domradio-Mikrophon
Weihbischof em. Franz Grave am domradio-Mikrophon

02.02.2007

Das Lateinamerika-Hilfswerk stellt Jahresbericht vor Adveniat stabilisiert Einnahmen

Nach Spendenrückgängen in den vergangenen Jahren hat das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat seine Einnahmen stabilisiert. Nach dem am Freitag in Essen vorgestellten Geschäftsbericht 2005/2006 verbuchte das katholische Hilfswerk Einnahmen in Höhe von knapp 58 Millionen Euro und damit einen Rückgang von weniger als einem Prozent.

Grave kündigt weitere Schritte anDie Spenden beliefen sich dabei auf 50,3 Millionen Euro. Adveniat-Bischof Franz Grave kündigte weitere Schritte an, um auch langfristig eine Trendwende bei der Einwerbung von Spenden herbeiführen zu können. Dazu zählen unter anderem mehr Partnerschaften mit Unternehmen.Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka betonte, Lateinamerika brauche trotz wirtschaftlicher Erholungstendenzen weiterhin Solidarität aus Deutschland und Europa. Zwar sei die Armutsrate laut UNO zuletzt im Vergleich zu 2002 um vier Prozent zurückgegangen. Andererseits wachse die Kluft zwischen Arm und Reich auf dem Kontinent stärker als in anderen Teilen der Welt. Von der wirtschaftlichen Entwicklung profitierten meist nur die gut ausgebildeten Kräfte der Mittel- und Oberschicht. Laut Klaschka leben immer noch mehr als 200 Millionen Lateinamerikaner oder 40 Prozent der Bevölkerung in Armut. Neun Millionen Kinder seien chronisch unterernährt.Zusammenarbeit mit UnternehmenGrave betonte, der Wille zur Solidarität in Deutschland sei ungebrochen. "Längst nicht alle Menschen sind auf dem Ego-Trip, auch wenn viele Bundesbürger die Groschen mehr zusammenhalten müssen als früher." Ziel sei es, die Spender langfristiger und enger als bisher an das Hilfswerk zu binden und sie über konkrete Projekte zu informieren. Zudem werde Adveniat in Zukunft verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen setzten.Im Dezember war das Hilfswerk eine Partnerschaft mit den Essener Entsorgungsbetrieben eingegangen, um Menschen auf den Müllhalden Lateinamerikas zu helfen. Im November hatte der Essener Energiekonzern RAG eine Konzertreise junger bolivianischer Musiker durch Deutschland zu Gunsten von Adveniat unterstützt. Beim Lateinamerikatag der Deutschen Wirtschaft im Mai in Essen will das Werk weitere Kontakte knüpfen. Dabei stehe aber die auf langfristige Armutsbekämpfung zielende Philosophie von Adveniat nicht zur Debatte, sagte Klaschka.Adveniat hat im Geschäftsjahr 2005/2006 Einnahmen in Höhe von57.9 Millionen Euro erzielt. Dies entspricht einem Rückgang von0,78 Prozent. Die Spenden beliefen sich auf 50,3 Millionen Euro, von denen 37,7 Millionen Euro aus der Weihnachtskollekte stammen. Diese traditionelle Sammelaktion bleibe damit mit einem Anteil von fast 75 Prozent der Spenden zentrale Einnahmequelle. Adveniat förderte nach eigenen Angaben mit 50 Millionen Euro 3.748 Projekte in ganz Lateinamerika und der Karibik.