28.09.2005

Nachrichtenarchiv 28.09.2005 14:52 Prof. Hans Küng : Treffen mit einem Papst „der Zukunftsperspektiven entwickeln will“

Das Treffen mit dem Kirchenoberhaupt sei für ihn „hoch erfreulich“ gewesen und zugleich ein Zeichen für alle Katholiken dafür, „dass auch zwischen entschiedenen Gegnern eine solch’ freundschaftliche Unterhaltung und Beziehung möglich“ sei, so Küng im domradio-Interview. Die Bischöfe rief er auf, ihre Anliegen zur Erneuerung der Kirche offen vorzutragen, denn mit Benedikt XVI. habe man einen „Papst an der Spitze unserer Kirche, der Zukunftsperspektiven entwickeln“ wolle. Genugtuung oder Rehabilitierung?Das Wort Rehabilitierung höre er nicht so gerne, so Küng, aber eine Genugtuung sei es durchaus für ihn. Er habe trotz des Entzugs der kirchlichen Lehrerlaubnis im Jahre 1979 eine Theologie betrieben, „die innerhalb und außerhalb unserer kirchlichen Gemeinschaft als katholisch angesehen war und ist“. Dass diese Verwurzelung „nun auf diese Weise auch faktisch anerkannt“ werde, sei für ihn eine große Freude.Naturwissenschaft und ReligionNicht die alten, unerledigten Fragen standen im Mittelpunkt des Gespräches, sondern die Erinnerung an die gemeinsame Studentenzeit in Tübingen. Man kenne sich ja seit 1957 und bei diesem Treffen sei es erfreulicherweise so gewesen „wie es früher mal war“. Inhaltlich ging es dann um das Verhältnis zwischen Naturwissenschaft und Religion. Papst Benedikt begrüße es, dass „der Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft wieder neu belebt“ werde. Küng beleuchtet dieses Spannungsfeld in seiner jüngsten Veröffentlichung „Der Anfang aller Dinge“.