09.04.2005

Nachrichtenarchiv 09.04.2005 13:26 Zwölf Stunden auf dem Petersplatz ausgeharrt

ROM Zwölf Stunden - eine ganze Nacht hindurch - hat Pfarrer Ludger Paskert aus Rees mit Pilgern aus aller Welt in der Schlange vor dem Petersdom gewartet, um Abschied zu nehmen von Johannes Paul II. „Mittwochabend um 22 Uhr habe ich mich eingereiht, Donnerstagmorgen um zehn war ich wieder draußen." Wie Pfarrer Paskert sind tausende Gläubige aus Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Tagen nach Rom gereist. Die zentrale Messe erlebte Paskert gestern mitten auf dem Petersplatz. „Das war überwältigend. Der Applaus wollte nicht enden. Immer wieder haben Jugendliche ,Santo' gerufen." Er sei überrascht gewesen, welche Strapazen die jüngeren Pilger auf sich genommen haben.Johannes Schröer, Redakteur beim Kölner Domradio und derzeit in Rom, bestätigt das. „Viele haben die ganze Nacht auf dem Petersplatz verbracht - obwohl es bitterkalt war." Auch gestern Nachmittag, lange nach der offiziellen Messe, saßen viele dort noch auf Isomatten oder Schlafsäcken. „Die Reinigungswagen fegen mittlerweile um die Pilger herum", erzählt Schröer am Mobiltelefon.Pastor Karl-Heinz Teut aus Krefeld hingegen hat es gestern Morgen nicht bis auf den Petersplatz geschafft. „Wir kamen nicht weiter, die Straßen waren zu voll." Also verfolgten er und sein Solinger Amtskollege Heinz-Manfred Jansen die Messe auf einer der großen Leinwände. Die beiden Geistlichen sind seit Montag in Rom. „Uns ist aufgefallen, dass die Stimmung zunehmend ernster wurde, keineswegs Event-Charakter hatte." Gab es Chaos in der überfüllten Stadt? „Im Gegenteil. Die Fähigkeit der Italiener, mit den Massen umzugehen, ist sagenhaft. An jeder Ecke stehen beispielsweise Toiletten, und es gibt kostenlose Wasserflaschen."