01.08.2003

Paul Spiegel stellte sein Buch „Wieder zu Hause" vor Frieden zwischen Religionen

GUMMERSBACH. Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, stellte in einem Gummersbacher Hotel sein Buch „Wieder zu Hause" vor. Eingeladen dazu hatten das Katholische Bildungswerk und die Oberbergische Gesellschaft für christlichjüdische Zusammenarbeit.Spiegel erklärte dabei auch seinen Standpunkt zu wesentlichen religiösen und politischen Fragen der Gegenwart. Er erinnerte mehrfach daran, dass Juden und Christen eine gemeinsame Wurzel haben. Seit der Papst in Israel von den Juden als „seinen Brüdern" gesprochen habe, sei eine antijüdische Bewegung innerhalb der katholischen Kirche ausgeschlossen. Auf die Frage, ob die katholische Kirche ihm einmal eine moralische Stütze gewesen sei, antwortete Spiegel mit einem eindeutigen „Ja".Dann schilderte Spiegel, wie er während des Krieges von einer katholischen Bauernfamilie in Belgien versteckt worden sei und nur deshalb überlebt habe, weil er auch zur Kirche ging. Den Rosenkranz, den er damals erhielt, bewahre er noch heute auf.Spiegel betonte, dass er sich um gemeinsame Gespräche sowohl mit Kardinal Karl Lehmann als Vorsitzendem der Katholischen Bischofskonferenz als auch mit der Führung der deutschen Protestanten bemühe.Den aktuellen Vorwurf aus Israel, der Zentralrat der Juden habe aus Osteuropa nach Deutschland eingewanderten Juden geraten, nicht nach Israel weiterzuziehen, wies Spiegel entschieden zurück.Zwar könne es nicht im Interesse der jüdischen Gemeinde in Deutschland sein, wenn zugewanderte Juden in ein anderes Land weiter wanderten, aber man habe die Bemühungen der Israelis, in Deutschland für ihr Land zu werben, durchaus unterstützt.In seinem nächsten Buch, das Mitte Oktober erscheinen wird, will Paul Spiegel insbesondere junge Deutsche auf humorvolle Weise über jüdische Rituale und Begriffe informieren. Das Buch soll den Titel „Was ist koscher?" tragen.PK