10.03.2003

21 Interessenten für DVB-T, neun Bewerber für DAB - Pröpper: Der Bedarf ist da LfM entscheidet über Bewerbungen für Digitalfrequenzen

Düsseldorf (epd). Für in Nordrhein-Westfalen verfügbare Fernseh- und Hörfunk-Frequenzen hat die Landesanstalt für Medien (LfM) bis zum Elnsen-deschluss insgesamt 31 Bewerbungen erhalten. Wie die LfM am 4. März mitteilte, gingen 21 Bewerbungen für Übertragungskapazitäten des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T) ein. Neun Interessenten hätten sich für DigitalRadio (DAB) gemeldet, einer für eine analoge Mittelwellenfrequenz. Die Medienkommission der LfM werde erste Auswahlentscheidungen voraussichtlich am 23. April treffen, hieß es.Im Falle von DAB hatte der bedeutende Rahmenprogrammveranstalter Radio NRW seine digitalen Hörfunkfrequenzen zuvor zurückgegeben. Trotz finanzieller Förderung aus LfM-Mitteln hatte der Veranstalter die Kosten zuletzt als zu hoch beurteilt (epd 86/03).Die Bewerberzahl neun zeigt aber für den Sendernetzbetreiber Digital Radio West „sehr deutlich" den Bedarf an DAB-Frequenzen, „um in NRW eine wirkliche Programmvielfalt zu erhalten". Geschäftsführer Bert Pröpper erklärte weiter, wer sich die Programmangebote der Bewerber anschaue, sehe auf den ersten Blick, dass mit den zu vergebenden Lizenzen die nordrhein-westfälische Hörfunklandschaft „mit Hilfe von DAB endlich revolutioniert" werde.Für die landesweite Frequenz haben sich der katholische Kölner Sender Domradio, das Berliner Kinderprogramm Radijojo und die Starlet Media AG mit ihrem Programm „Truck Radio" beworben. Mehr Vielfalt versprechen laut Digital Radio West auch die Bewerber für die DAB-Ballungsraumfrequenzen, so zum Beispiel Radio Deluxe mit der Musikfarbe „Smooth Jazz, relaxter Soft Soul und coole Chili out-Sounds", das türkischsprachige Radyo Metropol FM, Hit-FM RUSSIA und das „inselradio" 95,8 FM Mallorca. Dem Sendernetzbetreiber zufolge könnten die von der LfMlizenzierten Programme im Juni/Juli 2004 aufgeschaltet werden.Derzeit können den Angaben zufolge 92 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung die folgenden öffentlich-rechtlichen Radio-Programme digital empfangen: Eins Live, WDR 2 Klassik, WDR 3, DeutschlandRadio Berlin, Deutschlandfunk, den Verkehrskanal Vera und den Datendienst WDR Info. Mit der LfM-Entscheidung kämen dann auch private Anbieter hinzu. Für die ausgeschriebene Mittelwellenfrequenz interessiert sich ebenfalls Radio Starlet mit „Truck Radio".Um die ausgeschriebenen DVB-T-Frequenzen hatten sich bei der LfM die großen Senderfamilien RTL (Köln) und ProSiebenSat.1 (München) beworben. Auch kleinere Veranstalter wie 9Live, MTV, VIVA und XXP finden sich in der Riege der Bewerber, außerdem Mediendienste, die vor allem Teleshopping über DVB-T realisieren wollen.