07.11.2002

Nachrichtenarchiv 07.11.2002 15:45 Weihbischof Jaschke würdigt Rudolf Augstein

Köln (KNA) Als "großen Moralisten und Kämpfer" hat der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke den verstorbenen Herausgeber des "Spiegels", Rudolf Augstein, gewürdigt. "Rudolf Augstein hat die Bundesrepublik in kritischen Zeiten begleitet, und er hat dazu beigetragen, dass sich das moralische Gewissen in der Bundesrepublik geschärft hat", sagte Jaschke am Donnerstag im Kölner "domradio".Augstein starb am Donnerstag zwei Tage nach seinem 79. Geburtstag an den Folgen einer Lungenentzündung. Unter seiner Leitung deckte das Hamburger Nachrichtenmagazin seit 1947 zahlreiche Skandale auf. Augstein nannte das Blatt ein "Sturmgeschütz der Demokratie". 1962 saß er im Zuge der so genannten "Spiegel-Affäre, die zum Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß (CSU) führte, wegen des Verdachts des Landesverrats 102 Tage im Gefängnis. 1999 wurde Augstein zum "Journalisten des Jahrhunderts" gewählt. Er war fünf Mal verheiratet und Vater von vier Kindern.