10.08.2002

KÖLNER DOMRADIO: Finanziert vom Bildungswerk des Erzbistums / Seit zwei Jahren auf Sendunq „Von führenden Kardinälen empfohlen"

Dagmar Peters blickt kurz auf den Kölner Dom, dann zieht sie den Regler am Mischpult hoch. Der Jingle „Von führenden Kardinälen empfohlen" tönt aus den Lautsprechern, dann geht die Moderatorin auf Sendung.

Das Domradio, das erste katholische Bistumsradio in Deutschland, liegt gegenüber dem weltbekannten Kölner Wahrzeichen, einem Magnet für Touristen, aber auch Bürger der Stadt. Für Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen ein sinnbildlicher Standort: „So wie die Kathedrale mitten im Kölner Trubel steht, so steht unser Programm mitten im Leben."Dieses Motto wurde bereits bei der Einweihung des Senders durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner vor zwei Jahren de ut l ich .w Wegen der empfindlichen Technik war Meisner gebeten worden, auf Weihwasser zu verzichten. Der Kardinal weihte den Sender daraufhin so stark mit Weihrauch, dass die Feuermelder Alarm schlugen. Prompt rückte die Feuerwehr aus,  wurde im letzten Moment aber wieder gestoppt.Trotz der Nähe zur Kirche verstehen der Chefredakteur und seine gut zehnköpfige Redaktion ihr Radio nicht als Hofberichter.statter des Kardinals. Auch wenn der Sender komplett vom Bildungswerk des Erzbistums Köln finanziert wird und daher ohne Werbung läuft. Die Motivation für die Radiomacher sei eine andere.Dem pflichtet Erwin Müller-Ruckwitt, Direktor der Hauptabteilung Dildung und Medien des Kölner Generalvi-kariats, bei: „Erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik sendet ein Bistum die frohe Botschaft im eigenen Radio, um so engagiert christliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz und Solidarität in die Gesellschaft einzubringen."„In den täglichen Magazinsendungen wird lebensnah über Politik, Kultur und Gesellschaft informiert. Dabei haben wir einen kirchlich- religiösen Schwerpunkt", sagt Brüggenjürgen. „Wir berichten vom Startplatz Michael Schumachers bei der Formel 1, über das TV-Duell zwischen Schröder und Stoiber bis hin zur Katastrophenhilfe der Caritas in Afghanistan."Wenn in anderen Sendern zur vollen Stunde Nachrichten gelesen werden, überrascht das Domradio den Hörer mit „dem Wort", einem kurzen literarischen oder biblischen Text. Die stündlichen Weltnachrichten werden dafür jeweils zur halben Stunde gesendet. Dabei wird auch Wert auf Neuigkeiten von sozialen und caritativen Initiativen gelegt, wie zum Beispiel von UNICEF.Auch musikalisch hai das Domradio eigene Vorstellungen von einem kirchlichen Sender: Wer Orgelmusik erwartet, wird enttäuscht. Mit seiner soften, populären Rock- und Popmusik kommt der Sender recht locker daher.Nach zwei Sendejahren zieht Chefredakteur Brüggenjürgen eine positive Bilanz. „Selbst die anfänglichen Skeptiker bescheinigen uns mittlerweile, dass wir ein professionelles Radio auf die Beine gestellt haben."