09.08.2002

Seit zwei Jahren sendet das Domradio aus Köln seine christliche Botschaft nicht über den Äther, dafür über Kabel und Internet. Von Kardinälen empfohlen

Köln. Dagmar Peters blickt kurz auf den Kölner Dom, dann schiebt sie den Regler am Mischpult hoch. Der Jingle „Von führenden Kardinälen empfohlen" tönt aus den Lautsprechern, dann geht die Moderatorin auf Sendung. Das Domradio-Studio, das erste katholische Bistumsradio in Deutschland, liegt gegenüber dem Kölner Wahrzeichen. Für Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen ein sinnbildlicher Standort: „So wie die Kathedrale mitten im Kölner Trubel steht, so steht unser Programm mitten im Leben." Trotz der Nähe zur Kirche verstehen der Chefredakteur und seine gut 10-köpfige Redaktion ihr Radio nicht als Hofberichterstatter des Kardinals. Auch wenn der Sender komplett vom Bildungswerk des Erzbistums Köln finanziert wird und daher ohne Werbung läuft. „In den täglichen Magazinsendungen wird lebensnah über Politik, Kultur und Gesellschaft informiert. Dabei haben wir einen kirchlich-religiösen Schwerpunkt", sagt Brüggenjürgen. Wenn in anderen Sendern zur vollen Stunde Nachrichten gelesen werden, hört der Domradio-Hörer „Das Wort" - einen kurzen literarischen oder biblischen Text. Die Nachrichten werden jeweils zur halben Stunde gesendet. Dabei wird Wert auf Neuigkeiten von sozialen und caritativen Initiativen gelegt.Wer beim Domradio Orgelmusik erwartet, wird enttäuscht: Mit seiner soften, populären Rock-und Popmusik kommt der Sender recht locker daher. Das Domradio sei, anders als Radio Horeb in Bayern kein Verkündigungssender, sagt Brüggenjürgen. Dennoch kommen religiöse Inhalte vor. „Als christlicher Sender beginnen wir unseren Tag mit dem traditionellen Morgenlob und beenden ihn mit dem Abendgebet. Außerdem liefern wir jeden Tag eine aktuelle Auslegung des Tagesevangeliums, sowohl auf dem Sender als auch im Internet."Nach zwei Sendejahren hofft Brüggenjürgen auf bessere Frequenzen: Da das Domradio in NRW bislang nicht über Antenne zu empfangen ist, sondern von Essen bis Bonn und von Neuss bis Wuppertal im NRW-Kabel eingespeist ist. Zusätzlich kann man den Sender europaweit über Satellit und über das Internet hören. Ab September soll er in Rheinland-Pfalz digital-terrestrisch (DAB) zu empfangen sein. Geplant sind dann regionale Berichterstattungen in Zusammenarbeit mit den Bistümern Mainz, Speyer und Trier.