11.02.2002

Nachrichtenarchiv 11.02.2002 14:36 Domradio bald über Antenne - aber nicht in NRW

Vorfreude beim Kölner domradio: Am 1. Mai entfleucht der Sender des Kölner      Erzbistums seinem Kabelghetto und wird erstmals über Antenne zu hören sein - allerdings leider nicht in Köln selbst, sondern rund um Ludwigshafen, Mainz und Wiesbaden. Da sich Kirchengrenzen nicht an politischen Grenzen orientieren, hat das Kölner Erzbistum einen Zuschnitt, der weit in den Westerwald hineinreicht. Insofern ist das domradio auch ein „Landeskind" von Rheinland-Pfalz und wurde deshalb bei der Verteilung neuerDigitalradio-Frequenzen bedacht. So wäre der katholische Sender erstmals mobil zu empfangen.Allerdings braucht man dazu auch einen neuen Radioempfänger, der den sog. DAB-Bereich (Digitalradio) abgreifen kann. Zugeteilt ist domradio dem „L-Band", einem Digitalradiobereich, der nur die Ballungsräume von Rheinland-Pfalz erschliesst. Die ersten Sender des neuen Netzes finden sich bei den genannten Grosstädten. Weitere (ua. für den Raum Koblenz) kommen im Laufe des Jahres hinzu.Langfristig aber will das Kölner domradio nicht allein in seinen Stammlanden zu hören sein. Erwin Müller-Ruckwitt, Chef der Abteilung Bildung des Erzbistums und geistiger Vater des Radios, setzt auf bundesweite Expansion: "Jedes Bistum hat einen Dom. Also kann auch jede Diözese, die es will, mit einem eigenen diözesanen Fenster in diesem Vollprogramm vertreten sein." Will sagen: Er sieht das Radio aus dem 4. Stock des Kölner domforums als künftige Dachmarke, als Rahmenprogramm vieler kleiner katholischer Sender in Deutschland.In NRW allerdings bleibt es momentan fürs domradio erst mal beim Empfang über Kabelfrequenzen oder Direktempfang vom Astra-Satelliten. Im Land an Rhein und Ruhr wird das digitale L-Band (im Unterschied zu Rheinland-Pfalz) nicht für Hörfunk genutzt.