04.10.2001

Das Kölner „domradio" ist jetzt auch in Rheinland-Pfalz zu empfangen Kirchenhörfunk auf Erfolgskurs

Leere Gotteshäuser, offen zur Schau getragene Kirchenfeindlichkeit und eine Gesellschaft, die sich immer weniger mit christlichen Werten identifiziert. Dieser Situation fühlen sich viele Christen heute ausgesetzt. Die meisten Fernseh- und Radiosender haben die „Spassgesellschaft" zum Programm gemacht. Die Rede von Gott verstummt. Verlässliche kirchliche Information bieten die Rundfunkanstalten immer weniger. Eine Entwicklung, die das Bildungswerk der Erzdiözese Köln auf den Plan rief.Bereits während des 750-jährigen Jubiläums des Kölner Doms im Jahre 1998 kam es zu, einem zweiwöchigen Radio-Projekt. Die positive Resonanz in der Bevölkerung führte dazu, die Idee eines kirchlichen Radiosenders weiter zu verfolgen. Nach der Einweihung der Räumlichkeiten des ersten deutschen Kirchen-Senders „domradio" durch Joachim Kardinal Meisner, begann am Pfingstsonntag des vergangenen Jahres der Sendebetrieb. Das Bildungswerk der Erzdiözese fungiert als Träger des „domradio".Mit seinem Programm will der Sender „praktizierende Christen" ansprechen, aber „auch jene Menschen, die der Kirche distanziert gegenüberstehen oder a-religiös sind", so Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen in einem Zeitungsinterview. Der Sender sehe sich nicht als reiner Verkündigungssender, sondern möchte die Ansprüche an ein journalistisches Vollprogramm mit christlicher Schwerpunktsetzung" erfüllen, fügt er hinzu.So liegen denn auch die inhaltlichen Schwerpunkte von „domradio" in den Bereichen Kirche und Gesellschaft. Das Programm läuft ohne Werbeunterbrechung rund um die Uhr. Jeden Tag um 6 Uhr morgens startet „domradio" mit der Laudes, dem Morgengebet der Kirche, in den Tag und beschließt ihn am Abend mit der Komplet. Das Redaktionsteam erarbeitet die aktuellen Nachrichten und sendet sie stündlich um halb. Brisante Themen - etwa die Bioethik-Debatte - , engagierte Menschen und wichtige Ereignisse sind fester Bestandteil des Programms.Zu jeder vollen Stunde erklingt „das Wort", ein kurzer literarischer Text zum Nachdenken. Ruhige Popmusik zum Entspannen begleitet das Rahmenprogramm. Liebhaber klassischer Musik kommen am Sonntag abend in der Sendung „Musica" auf ihre Kosten. „Gruppen zu Gast" bietet gesellschaftlich engagierten Gruppierungen, Arbeitskreisen und Initiativen diePlattform, über ihre Tätigkeit zu berichten. Jeden Sonntag um 10 Uhr überträgt „domradio" live einen Gottesdienst aus dem Dom oder aus einer anderen Kirchengemeinde des Bistums. Im Anschluss daran gehört die Stunde von 12 bis 13 Uhr dem Gespräch mit dem jeweiligen „Sonntagsgast".Dass das „domradio" nicht um seiner selbst willen existiert, sondern auf die Wünsche und Anliegen seiner Hörer eingeht, zeigen Sendungen wie „Wunschzeit" und „Beratung". Samstags von 15-18 Uhr können die Hörer das musikalische Programm gestalten, indem sie entweder in der Redaktion anrufen oder über das Internet ihren Musikwunsch äußern. Donnerstags von 10 bis 12 Uhr befassen sich ausgebildete Psychologen mit den Fragen der Hörer.„Domradio" ist über Kabel innerhalb des Erzbistums Köln und seit einigen Tagen auch in Rheinland-Pfalz zu empfangen. Über Satellit ist der Kirchensender in ganz Europa zu hören. Unter „www.domradio.de" präsentiert sich der Sender mit einem beeindruckenden Internetauftritt. Hier finden sich auch die verschiedenen Frequenzen, über die „domradio" zu empfangen ist. Zahlreiche Links informieren über den Sender, die Einrichtungen der Erzdiözese und über einen großen Teil des katholischen Lebens in Deutschland. Für Rückfragen finden sich hier auch entsprechende Kontaktadressen.Noch laufe die „Experimentierphase", hob Erwin Müller-Rückwitt vor kurzem in einem Interview hervor. Müller-Rückwitt ist Hauptabteilungsleiter Bildung und Medien im Generalvikariat des Erzbistums. Doch die Tatsache, dass andere Bistümer inzwischen auch schon Interesse an der Gründung eines Senders gezeigt haben, spricht für den Erfolg des „domradio"-Konzepts und ist wohl die größte Anerkennung für die geleistete Arbeit.

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