02.08.2000

Nachrichtenarchiv 02.08.2000 16:19 Spiegel beklagt "antijüdische und fremdenfeindliche Aktionen"

Köln, 2.8.2000 (KNA) Die Zunahme antijüdischer und fremdenfeindlicher Aktionen hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, beklagt. Im Kölner domradio sagte Spiegel am Mittwoch, 15 Prozent der Deutschen seien antisemitisch eingestellt und in Schulen/Universitäten werde das Thema Nationalsozialismus und Holocaust nicht oder bestenfalls unzureichend und "nicht attraktiv genug" behandelt. Auf über 100 Web-Seiten mit rechtsradikalem Hintergrund regiere der Hass. Todeslisten seien an der Tagesordnung und Bombenbaupläne könnten im Internet studiert werden.Alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, Kirchen, Universitäten und Schulen, so Spiegel, müssten erkennen: "Es geht nicht gegen Ausländer, es geht nicht gegen Juden, es geht nicht gegen Minderheiten, es geht um uns alle und das was wir aufgebaut haben." Gemeinsam müsse man sich dafür einsetzen, dass Fremdheit nicht automatisch Angst und ablehnende Haltungen hervorrufe sondern als Chance und Notwendigkeit für die Gesellschaft gesehen werde.