11.06.2000

Liturgisches, Beratendes und Kuschelrock "domradio": Kirche auf Sendung

Der erste kirchliche Radio-Sender Deutschlands funkt aus Köln. Das „Domradio" startet am Pfingst-sonntag sein 24-Stunden-Vollprogramm ohne Werbung über Kabel und Satellit. Verbreitungsgebiet ist ganz Nordrhein-Westfalen mit dem Schwerpunkt Köln und Umgebung.Rund drei Millionen Mark im Jahr lässt sich das Erzbistum Köln sein Radio-Projekt kosten. Sechs Redakteure und 20 freie Mitarbeiter gestalten das Programm. „Zusätzlich nutzen wir die kirchliche Substruktur", relativiert Erwin Müller-Ruckwitt die dünne Personaldecke. Der Direktor der Hauptabteilung Bildung und Medien im Kölner Erzbistum will Geistliche ans Mikrofon holen, Messen live übertragen und christliche Bürgerfunk-Gruppen einbeziehen.„Kirchliche Experten statt Korrespondenten", beschreibt Domradio-Chefredakteur Ingo Brüggen-jürgen das Nachrichtenkonzept. Zu jeder halben Stunde gibt's Weltnachrichten angereichert mit kirchlichen Stellungnahmen. Zur vollen Stunde - da wo andere Sender ihre News über den Äther schicken - steht die Rubrik „Das Wort".Das sind „besinnliche Texte aus der Bibel oder sonstigen literarischen Werken". Zitiert in 30-Sekunden-Länge. Liturgisches, Beratendes und Fröhliches will Chefredakteur Brüggenjürgen senden - mit Musik im so genannten Soft AC-Format. Das sind Titel, wie sie auch auf Kuschelrock-CDs zu finden sind. Mit dem stolzen Ziel, 40 Prozent Wortanteil im Programm zu haben, startet das Domradio zu Pfingsten. Symbolisch sollte dieser Termin sein, denn auf der Jagd nach Hörern zählt vor allem das Prinzip Hoffnung, wie Brüggenjürgen ganz offen zugibt. Zwar gibt es rein statistisch rund 2,5 Millionen mögliche Hörer im Raum Köln, doch wer davon am Ende über seinen Kabelempfänger tatsächlich reinhört, ist fraglich. Deshalb bemühen sich die Kirchenfunker weiterhin, eine der raren terrestrischen Frequenzen in NRW zu bekommen, um so auch für eine breitere Hörerschaft über Antenne empfangbar zu sein. (res)Die regionalen Domradio-Frequenzen gibt's telefonisch unter 0221/25 88 60 oder im Internet unter www.domradio.de