03.12.2017 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Erster Adventssonntag

Im Internet-TV übertrug domradio.de am ersten Adventssonntag das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp. Er ging in seiner Predigt zum ersten Advent auf den Ruf Jesu ein: Seid wachsam!

Christus lade uns damit ein, mit offenen Augen in die Welt zu blicken. Sozusagen das Feuer seiner Liebe im Rücken zu haben und von ihm erleuchtet die Wirklichkeit des Lebens zu betrachten. "Wenn wir den Alltag nicht mehr entdecken, entdecken wir einen wesentlichen Teil der Wirklichkeit nicht mehr", so Weihbischof Schwaderlapp im Kölner Dom. Im Gottesdienst sang die Domkantorei Köln unter der Leitung von Winfried Krane.

aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Dezember 2017

Im Lärm und der Unruhe unserer Zeit ist es besonders wichtig, wieder Zeiten und Orte der Stille und Besinnung zu finden. Die vorweihnachtliche Zeit wird weitgehend vermarktet und bietet wenig Raum für Stille. Da ist es wichtig, sich auf den eigentlichen Sinn des Advents zu besinnen.

Die Adventszeit ist Zeit der Erwartung, des Sich-neu-Ausrichtens auf Gott, der uns entgegenkommt. Der Advent umfasst ein dreifaches Kommen Gottes:

            das Warten Israels auf die Ankunft des Messias;

            das Warten der Christen auf die Wiederkunft Christi und

            das tägliche Kommen Gottes in unser Leben.

Das mit dem ersten Adventssonntag beginnende neue Kirchenjahr will in uns die Haltung der wachsamen Erwartung wieder neu wecken. Die biblischen Texte sprechen am ersten Adventssonntag noch stark vom Ende der Welt und der Wiederkunft Christi. Die weiteren Sonntage stellen uns dann den Täufer Johannes, den Vorläufer Jesu, und Maria, die Mutter Jesu, als adventliche Gestalten vor Augen. Das violette Messgewand und der Verzicht auf das Gloria in der Messfeier verdeutlichen etwas vom Bußcharakter dieser Zeit, der aber die erwartungsvolle Freude auf den Kommenden nicht verdrängt. Deshalb erklingt auch weiterhin das Halleluja. Gott will bei uns ankommen. Deshalb sind wir gefragt, ob auch wir bei ihm ankommen wollen, ob wir uns für die Begegnung mit ihm bereiten wollen.

(DR)