Religion in Nigeria

 (DR)

Nigeria ist nach aktuellen Schätzungen mit rund 175 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Über die Hälfte von ihnen bekennt sich zum Islam. Die meisten hängen der sunnitischen Lehre an. Seit den 1970er Jahren entstanden mehrere radikale islamische Sondergemeinschaften um charismatische Persönlichkeiten, so die Maitatsine-Bewegung, Darul Islam um Amrul Bashir Abdullahi und die von Mohammed Yusuf gegründete Gruppe Boko Haram. Schon in den 80er Jahren kam es in mehreren Städten zu Gewalt mit religiösem Hintergrund. Zwölf Bundesstaaten im Norden führten 1999 das islamische Recht, die Scharia, ein. Der Anteil der Christen in Nigeria wird mit 40, teils mit über 48 Prozent angegeben. Fest steht: Die christliche Gemeinschaft nahm in den vergangenen fünf Jahrzehnten stark zu und ist die größte auf dem afrikanischen Kontinent. Katholiken machen laut vatikanischen Zahlen gut 15 Prozent aus; sie sind in 50 (Erz-)Bistümern und zwei Apostolischen Vikariaten organisiert. Andere starke Gruppen bilden die protestantischen Kirchen und die anglikanische Kirche. Angesichts von Ausschreitungen und Übergriffen vor allem in den ethnisch und religiös gemischten Zonen Zentralnigerias mahnten Bischöfe und Experten, ethnisch-soziale Ursachen nicht mit religiösen zu verwechseln. Gegen den wachsenden islamistischen Terror im Norden sprechen sich regelmäßig auch die religiösen Führer des gemäßigten Islam aus. (kna)