Jüdisches Neujahrsfest Rosch Haschana

 (DR)

Rosch Haschana heißt das jüdische Neujahrsfest auf Hebräisch. Es bedeutet wörtlich "Kopf des Jahres" und leitet zehn Bußtage ein, die in Jom Kippur (Versöhnungstag), dem höchsten jüdischen Fest, gipfeln. Das zweitägige Neujahrsfest leitet in diesem Jahr das Jahr 5782 nach Erschaffung der Welt ein. Weil sich die Terminberechnung nach dem Rhythmus des Mondes richtet, ist es ein bewegliches Fest. In diesem Jahr findet es vom Abend des 6. bis zum 8. September statt.

Die Bezeichnung Rosch Haschana kommt in der Bibel nicht vor, doch hat das Fest biblische Bezüge: Im Buch Leviticus (3. Buch Mose im Alten Testament) ist die Rede von einem "heiligen Tag mit lautem Blasen des Schofar (Widderhorn) zum Gedächtnis". Das Fest dauert zwei Tage; es gilt ein striktes Werk- und Arbeitsverbot. Seine wichtigsten religiösen Inhalte sind Reue und Buße, die Vorbereitung auf den Tag des göttlichen Gerichts und Gebete für ein fruchtbares Jahr.

Das Fest fällt in den siebten Monat des jüdischen Kalenders. Tischri ist der Monat, in dem nach Auffassung des einflussreichen Rabbi Elieser (90-130 n. Chr.) die Welt und der erste Mensch erschaffen wurden. Zu den wichtigsten Gebräuchen von Rosch Haschana gehören neben dem Schofar-Blasen während eines ausgedehnten Gottesdienstes reiche häusliche Mahlzeiten mit vielen süßen Speisen sowie das Eingehen privater einjähriger Gelübde. (KNA / 02.09.2021)