Hintergrund: Was ist Antisemitismus?

 (DR)

Im Laufe des 19. Jahrhunderts veränderte sich der Charakter der Judenfeindschaft. Nachdem die meisten jungen Nationalstaaten die Juden zunächst rechtlich gleichgestellt hatten, richteten sich bald radikal-nationalistische Strömungen gegen sie; Juden wurden als fremdes und heimatloses Volk verunglimpft. Zugleich wurden sie für Fehlentwicklungen verantwortlich gemacht, die im Zuge der Modernisierung und Industrialisierung auftraten. Diese Form der Judenfeindschaft wird als Antisemitismus bezeichnet, weil sie sich mit Rassentheorien verband, die seit Ende des 17. Jahrhunderts aufkamen. Vor allem die Darwinsche Theorie vom "survival of the fittest" wurde zum "Kampf ums Dasein" zwischen "höheren" und "niederen" Rassen umgedeutet. (KNA)