Chronik des Missbrauchsskandals

Symbolbild Missbrauch: Teddybär in einer Kirchenbank / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Missbrauch: Teddybär in einer Kirchenbank / © Harald Oppitz ( KNA )

Januar 2010: Der damalige Leiter des Canisius-Kollegs der Jesuiten in Berlin, Pater Klaus Mertes, bringt die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ins Rollen.

22. Februar 2010: Die Bischöfe entschuldigen sich auf ihrer Vollversammlung in Freiburg wegen der Missbrauchsfälle. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wird Sonderbeauftragter für Missbrauchsfälle. Eine Hotline für Missbrauchsopfer wird eingerichtet.

20. September 2010: Erzbischof Robert Zollitsch schlägt bei der Vollversammlung der Bischöfe in Fulda einen "breiten Reflektionsprozess" von Bischöfen, Priestern und Laien vor. Damit soll angesichts des Missbrauchsskandals Vertrauen in die Kirche wiedergewonnen werden.

23. September 2010: Die Bischöfe stellen ein Konzept zur Vorbeugung sexuellen Missbrauchs vor. Es sieht unter anderem vor, dass jedes der 27 Bistümer eine Stelle einrichtet, die sich um Präventionsfragen kümmert.

30. September 2010: Die Bischofskonferenz legt am Runden Tisch in Berlin ein Konzept zur Entschädigung der Opfer sexuellen Missbrauchs vor. Dazu gehört die Zahlung eines Geldbetrags, der als "finanzielle Anerkennung" des zugefügten Leids gelten soll.

8. Juli 2011: In Mannheim startet die Bischofskonferenz ihren bundesweiten Dialogprozess.

13. Juli 2011: Die deutschen Bischöfe kündigen zwei Forschungsprojekte zur wissenschaftlichen Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche an.

7. Dezember 2012: Die Ergebnisse des ersten Forschungsprojekts werden vorgestellt. Der Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen, Norbert Leygraf, kommt zu dem Schluss, dass katholische Priester, die Minderjährige missbraucht haben, in den seltensten Fällen in klinischem Sinne pädophil seien.

9. Januar 2013: Die Bischofskonferenz beendet die Zusammenarbeit mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer. Das von seinem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) 2011 begonnene Forschungsprojekt sollte durch umfangreiche Aktenstudien belastbare Zahlen zum Missbrauch erbringen. Die Bischöfe wollen die Studie aber mit anderen Partnern fortsetzen.

28. August 2013: Die Bischöfe schreiben die Studie als "Forschungsverbundprojekt" neu aus.