Stetter-Karp fordert zielgerichtete Hilfe für Arme

"Die Wirklichkeit rückt näher heran"

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, hat zu zielgerichteten Hilfen für Arme in Deutschland aufgerufen. Nötig sei eine Unterstützung für Menschen, die stark unter Preissteigerungen litten.

Symbolbild Armut / © Khamidulin Sergey (shutterstock)

"Wir brauchen natürlich schon einen besseren Blick auf die, die jetzt durch die Inflation und durch die höheren Energiepreise auch in eine enge Lage kommen. Und die gut und wirksam zu unterstützen, halte ich für ein Gebot der Stunde", sagte Stetter-Karp im am Freitag veröffentlichten SWR-Interview der Woche.

"Die Wirklichkeit rückt näher heran"

Zu den Debatten um Waffenlieferungen, Krieg und Frieden, die auch den Katholikentag in der kommenden Woche in Stuttgart beschäftigen werden, sagte die ZdK-Präsidentin, der Krieg sei dramatisch näher gerückt.

ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp / © Dieter Mayr (KNA)
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp / © Dieter Mayr ( KNA )

Vielleicht hätten es sich viele in Deutschland in den vergangenen Jahren zu bequem gemacht, weil Kriege immer weit weg gewesen seien. Nun werde klar: "Die Wirklichkeit rückt näher heran."

Störfeuer bei Synodalem Weg

Zum katholischen Reformvorhaben Synodaler Weg sagte sie, es habe zuletzt "enorme Störfeuer aus dem international Raum" gegeben. Dabei wolle niemand eine Kirchenspaltung. Sie plädierte erneut dafür, ein dauerhaftes Diskussions- und Mitbestimmungsforum in Deutschland einzurichten, einen sogenannten Synodalen Rat.

 Metallkreuz und Logo des Synodalen Wegs
 / © Julia Steinbrecht (KNA)
Metallkreuz und Logo des Synodalen Wegs / © Julia Steinbrecht ( KNA )

"Das bedeutet, dass wir in den grundsätzlichen pastoralen Fragen miteinander beraten wollen und dass wir auch in Fragen der Ressourcen, Stichwort Haushalt, aber auch in gesellschaftspolitischen Fragen ein neues Gremium aufbauen wollen in gemeinsamer Verantwortung", so die ZdK-Präsidentin.

Der Synodale Weg

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien.

In ihrem Reformdialog auf dem Synodalen Weg wollen die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ausgangspunkt ist eine jahrelangen Kirchenkrise, die der Missbrauchs-Skandal verschärft hat.

Logo Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht (KNA)
Quelle:
KNA