Bischöfe unterschreiben Erklärung zu Missbrauchsaufarbeitung

"Entscheidende Grundlage"

Vor zwei Wochen haben sich die deutschen Bischöfe auf die Einrichtung unabhängiger Kommissionen zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals geeinigt. Seit dem 22. Juni ist auch die entsprechende Erklärung offiziell unter Dach und Fach.

Bischöfe Stephan Ackermann, Helmut Dieser und Stephan Burger / © Harald Oppitz (KNA)
Bischöfe Stephan Ackermann, Helmut Dieser und Stephan Burger / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Stephan Ackermann, und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesrepublik, Johannes-Wilhelm Rörig, unterschrieben eine "Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland".

Verbindliche Kriterien und Strukturen

Ende April 2020 hatte der Ständige Rat der DBK sich verbindliche Kriterien und Strukturen für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz unter Einbeziehung von Betroffenen verständigt.

Johannes-Wilhelm Rörig / © Gregor Fischer (dpa)
Johannes-Wilhelm Rörig / © Gregor Fischer ( dpa )

"Diese gemeinsame Erklärung ist die entscheidende Grundlage für eine transparente Aufarbeitung und beispielgebend für andere gesellschaftliche Akteure", sagte Rörig laut Mitteilung. 

Ackermann betonte: "Die Aufarbeitungsprozesse, die mit dem heute unterzeichneten Text angestoßen werden, gehören zu der institutionellen Verantwortung, die die Bischöfe und Diözesen für begangenes Unrecht übernehmen." 

Chronik des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche

Januar 2010: Der Leiter des Canisius-Kollegs der Jesuiten in Berlin, Pater Klaus Mertes, macht durch einen Brief an ehemalige Schüler den Missbrauchsskandal an seiner Schule bekannt. Jesuiten hätten in den 1970er und 80er Jahren Schüler sexuell missbraucht. Er löst damit eine Welle von Enthüllungen zu Missbrauchsfällen in der Kirche, aber auch in Schulen und anderen Institutionen aus.

Canisius-Kolleg in Berlin / © Christoph Scholz (KNA)
Canisius-Kolleg in Berlin / © Christoph Scholz ( KNA )
Quelle:
dpa