Yatsenyuk beim Papst
Yatsenyuk beim Papst

26.04.2014

Papst erörtert mit Jazenjuk aktuelle Lage in der Ukraine Ministerpräsident in Audienz

Papst Franziskus hat am Samstag mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk die aktuelle Lage in der Ukraine erörtert. Es ging um eine "mögliche weitere Initiativen der internationalen Gemeinschaft" für die Krisenregion gesprochen.

In einer konstruktiven Zusammenarbeit der verschiedenen Parteien müsse die politische und soziale Stabilität des Landes wiederhergestellt und ein Einvernehmen unter den Völkern der Region erreicht werden, heißt es in einem anschließenden Vatikankommunique. Ausdrücklich erörterten der Papst und sein Gast die besondere Rolle, die die Kirchen und religiösen Organisationen spielen könnten, um gegenseitigen Respekt und Eintracht zu fördern.

Die Papst-Audienz für Jazenjuk dauerte 18 Minuten, anschließend sprach der Politiker auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Aufgrund der aktuellen schwierigen Lage in seiner Heimat musste der Ministerpräsident seinen Rombesuch jedoch vorzeitig beenden. Sein Rückflug nach Kiew war für 15 Uhr vorgesehen. Ursprünglich wollte er am Sonntag an der Heiligesprechungszeremonie auf dem Petersplatz teilnehmen.

Bei der im Vatikan als herzlich bezeichneten Begegnung schenkte der Gast aus Kiew dem Papst ein Foto vom Maidan am Neujahrstag in Kiew. "Millionen Ukrainer haben auf diesem Platz für ihre Freiheit und ihre Rechte gekämpft", sagte der Ministerpräsident. Papst Franziskus überreichte seinem Gast einen Kugelschreiber. "Ich hoffe, dass sie damit einen Friedensvertrag unterzeichnen können", meinte Franziskus. "Das hoffe ich auch", antwortete Jazenjuk. Franziskus versicherte seinem Gast schließlich, er werde "alles ihm Mögliche tun".

Treffen mit Renzi

Bei seinem Besuch im Vatikan wurde Jazenjuk von seinem Außenminister und weiteren Politikern begleitet. Bereits am Samstagvormittag hatte der Ministerpräsident in Rom Gespräche mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi geführt.

Papst Franziskus hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt besorgt über die Situation in dem osteuropäischen Land geäußert. In seiner Osterbotschaft hatte er am vergangenen Sonntag eine politische Lösung in dem osteuropäischen Land gefordert. Alle Beteiligten müssten "jede Anstrengung unternehmen, um Gewalt zu verhindern", hatte er vor seinem Segen "Urbi et orbi" auf dem Petersplatz betont.
Hierbei müsse sie die internationale Gemeinschaft unterstützen. Die Zukunft des Landes könne nur im "Geist der Einheit und des Dialogs" gestaltet werden.

Die Ukraine gehört internationalen Statistiken zufolge zu den religiösesten Nationen Europas. Eine Umfrage im Dezember ergab, dass 64 Prozent der Ukrainer "der Kirche" vertrauten; nach Konfessionen wurde dabei nicht unterschieden. Der Kiewer Großfürst Wladimir hatte das Christentum 988 zur Staatsreligion erklärt. Mehrere, oft politisch motivierte Kirchenspaltungen des 16. und 20. Jahrhunderts wecken in der Ukraine bis heute Emotionen.

Polens Präsident und Belgiens König in Papst-Audienz

Einen Tag vor der Heiligsprechung der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. hat Papst Franziskus einige weitere bereits angereiste Staatsgäste in Sonderaudienz empfangen. Dazu gehörte der polnische Präsident Bronislaw Komorowski, der zu Ehren seines Landsmannes Karol Wojtyla nach Rom gereist war. Zuvor begrüßte das Kirchenoberhaupt den Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernandez Alvarado, sowie den belgischen König Albert II. mit Königin Paola.

(KNA)

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