Im Januar: Taubenjagd im Vatikan
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Papst Franziskus
Papst Franziskus

11.04.2014

Papst Franziskus warnt vor dem Bösen und entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern "Der Teufel ist eine Realität"

Der Teufel ist nach Worten von Papst Franziskus eine reale Bedrohung. "Es gibt den Teufel, auch im 21. Jahrhundert", sagte er am Freitag. Zudem entschuldigte er sich bei Missbrauchsopfern und forderte, unschuldiges und schutzloses Leben stärker zu verteidigen.

Der Teufel ist nach Worten von Papst Franziskus auch heute eine reale Bedrohung. "Es gibt den Teufel, auch im 21. Jahrhundert. Auch wir sind Angriffsziel des Teufels. Der Satan ist das Prinzip dieser Welt", sagte der Papst am Freitag in seiner Morgenmesse im Vatikan. Der "Geist des Bösen" wolle ein christliches Leben verhindern, so Franziskus in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta.

Aus dem Evangelium könne man lernen, wie man den Versuchungen des Teufels widerstehen kann. Der Teufel halte nichts Gutes für die Menschen bereit, und jeder gerate in seine Versuchung, so der Papst. Das christliche Leben sei ein Kampf gegen das Böse: Jeder einzelne Christ müsse sich täglich dieser Herausforderung stellen, predigte der Papst. Auch Jesus habe Versuchungen widerstehen müssen. Christen, die Jesus folgen wollten, "müssen diese Wahrheit gut kennen":

"Auch wir sind versucht, auch wir sind die Objekte der Attacken des Teufels, weil der böse Geist nicht will, dass wir Zeugen Christi sind, dass wir Schüler Jesu sind. Und wie schafft es der böse Geist, uns vom Weg Jesu fernzuhalten? Die Versuchung des Bösen hat drei Charakteristiken, die wir kennen müssen, um nicht in seine Falle zu tappen. Die Versuchung beginnt sehr schwach, aber sie wird immer größer und größer. Dann wird sie größer und steckt andere an, sie wird auf andere übertragen und versucht, die ganze Gemeinschaft anzustecken. Am Ende, um die Seele zu beruhigen, rächt sie sich. Sie wächst, sie steckt an und sie rächt sich."

Die Versuchung wächst und steckt andere an

Die erste Versuchung Jesu sei "eine Verführung" gewesen, führte der Papst aus. Der Teufel sagte zu Jesus, er solle sich vom Tempel hinabstürzen, um den Schutz Gottes zu erproben. Auch Adam und Eva habe er auf den falschen Weg bringen wollen, ergänzte der Papst. Der Teufel habe sich als spiritueller Führer ausgegeben. Und nach einer Zurückweisung komme er immer noch viel stärker und mit anderen verbündet zurück, so der Papst mit Verweis auf das Lukasevangelium. Ein "kleiner, ruhiger Wasserstrahl" werde so zu einem Meer des Bösen: Die Versuchung wachse, vermehre und räche sich.

Der Papst gab ein weiteres Beispiel: Als Jesus in der Synagoge predigte, versuchten seine Feinde, ihn kleinzuhalten: "Aber das ist doch der Sohn von Josef, der Sohn von Maria. Der ist nie auf die Universität gegangen! Der hat nie studiert". Die Versuchung, der Teufel, habe alle gegen Jesus aufgebracht. Der Papst: "Wir haben eine Versuchung, die wächst und andere ansteckt. Zum Beispiel das Geschwätz: Ich bin ein wenig neidisch auf eine Person, zuerst nur in mir drinnen für mich alleine, dann möchte ich es teilen und erzähle es auch anderen. Aber hast du diese Person gesehen?! .... Und die Versuchung wächst und steckt andere an. So funktioniert das Getratsche. Wir sind da alle schon versucht gewesen. Es ist eine tägliche Versuchung, das Geschwätz."

Es brauche also auch Aufmerksamkeit gegenüber eigenen "bösen" Gedanken, unterstrich hier der Papst. Die Rede vom Teufel als altmodisch abzutun, nannte Franziskus blauäugig.

Papst entschuldigt sich für Missbrauchsfälle durch Geistliche

Die Opfer pädophiler Kleriker hat Franziskus erneut um Vergebung gebeten. "Ich fühle mich persönlich gerufen, um Vergebung zu bitten, für das Übel und den Schaden, den einige Priester, offensichtlich nicht gleichzusetzen mit der Zahl aller Geistlichen, verursacht haben, für die Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern", sagte Papst Franziskus am Freitag vor Vertretern des "Internationalen katholischen Büros für Kinder" (BICE) im Vatikan.

Die Kirche sei sich des Schadens bewusst, zitierte Radio Vatikan aus der Ansprache des Papstes. Sie werde beim Umgang mit den Missbrauchsfällen und den Strafen keinen Schritt zurück machen. Stattdessen müsse die Kirche hier noch stärker werden, so der Papst. "Denn man darf Kinder nicht sexuell belästigen." 

Das 1948 in Paris gegründete "Bureau international catholique de l'enfance" setzt sich für die Rechte und den Schutz von Kindern ein. Es arbeitet unter anderem mit UN-Organisationen zusammen.

Abtreibungen "verabscheuungswürdige Verbrechen"

Vor Mitgliedern einer italienischen Lebensschutzinitiative verurteilte Franziskus ebenfalls am Freitag Abtreibungen als "verabscheuungswürdige Verbrechen". Dabei sprach der Papst im Vatikan von einem "direkten Anschlag auf das Leben", dem man mit "entschiedenstem Widerstand" entgegentreten müsse.

Franziskus forderte, unschuldiges und schutzloses Leben stärker zu verteidigen. Dies gelte besonders für das ungeborene Kind im Mutterleib. Jeder Christ sei aufgerufen, "mit Mut und Liebe das Leben in allen seinen Phasen zu schützen". Dabei müssten auch Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt sich "als Person betrachtet, angehört und begleitet fühlen".

Weiter kritisierte der Papst, durch neue Techniken würden grundlegende ethische Normen immer stärker "verdunkelt". Ohne die Reproduktionsmedizin ausdrücklich zu nennen, sagte er, Markt und Moral drifteten immer weiter auseinander.

(rv, KNA)

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