Immer mehr Kirchenaustritte bei den Protestanten
Immer mehr Kirchenaustritte bei den Protestanten

04.02.2016

Zahl der evangelischen Christen in Deutschland sinkt Schmerzlicher Schwund

Von den rund 81 Millionen Deutschen sind knapp 30 Prozent evangelisch. Im Jahr 2014 verlor die evangelische Kirche allerdings rund 410.000 Mitglieder, davon fast zwei Drittel durch Austritte.

Ende 2014 zählten die 20 Landeskirchen der EKD rund 22,63 Millionen Mitglieder, Ende 2013 waren es noch rund 23 Millionen gewesen. Mit 55 Prozent ist der leichte Frauenüberschuss geblieben. Das geht aus der Statistik der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) für das Jahr 2014 hervor.

Stark gestiegen ist die Zahl der Austritte: Von den 410.000 Menschen, die die Kirche verloren hat, sind 270.000 ausgetreten, im Jahr 2013 waren es 176.500. Als Grund für den starken Anstieg hatten Kirchenvertreter immer wieder die neue Regelung beim Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge genannt. Seit Jahresbeginn 2015 werden die Kirchensteuern auf Kapitalerträge automatisch von den Banken an die Finanzämter weitergeleitet. Die Banken hatten ihre Kunden seit Anfang 2014 darüber informiert.

Damit haben beide großen Kirchen in Deutschland mehr Mitglieder verloren als in den Jahren zuvor. Die katholische Kirche hatte schon im Juli 2015 einen Rückgang von 230.000 Gläubigen für 2014 gemeldet, davon 218.000 Austritte. Demnach zählte die katholische Deutsche Bischofskonferenz Ende 2014 rund 23,94 Millionen Mitglieder in ihren 27 Diözesen.

Norden und Osten besonders betroffen

Die Quote der Austritte in der EKD wuchs von 0,8 Prozent im Jahr 2013 auf 1,2 Prozent im Jahr 2014. Überdurchschnittlich viele Menschen verließen die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Nordkirche (jeweils 1,7), unterdurchschnittliche Kirchenaustritte melden die Reformierten (0,6) und die Landeskirchen Westfalen, Lippe und Kurhessen-Waldeck mit jeweils 0,8 Prozent.

Gesunken ist auch die Zahl der Menschen, die in die evangelische Kirche eingetreten sind: Von mehr als 50.000 im Jahr 2013 auf rund 44.000 im Jahr 2014. Darunter sind knapp 8.500 ehemalige Katholiken und rund 16.300 Menschen, die zuvor aus der evangelischen Kirche ausgetreten waren.

Leicht gestiegen ist die Zahl der Trauungen: 45.500 Paare gaben sich in einer evangelischen Kirche das Jawort, 2013 waren es 45.250 gewesen. Getauft wurden im Jahr 2014 knapp 178.000 Menschen, davon waren 90 Prozent (161.000) Kinder bis zu 14 Jahren. 2013 hatten sich 183.000 Menschen taufen lassen.

(epd)

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