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27.1.2012

Erzbischof Woelki gegen verpflichtende Entscheidung über Organspende

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat sich gegen eine jeden Bürger verpflichtende Auskunft über seine Haltung zur Organspende ausgesprochen. Mit der geplanten Änderung des Transplantationsgesetzes werde Druck ausgeübt. Das sei unmoralisch, weil der Eindruck entstehe, "wenn du nicht bereit bist, nach deinem Tod deine Organe weiterzugeben, bist du kein guter Mensch", sagte der katholische Theologe im Bischofswort des rbb-Hörfunks, das am Samstag ausgestrahlt wird.

Eine gesetzliche Pflicht, sich zur Spendenbereitschaft zu äußern, dürfe es nicht geben. Woelki betonte aber auch, dass die Organspende ein "Akt mitmenschlicher Solidarität über den Tod hinaus" sei.

Ende November hatten sich die Spitzen der Bundestagsfraktionen und der Regierung auf die sogenannte Entscheidungslösung bei der Organspende verständigt. Demnach soll jeder Bürger mindestens einmal im Leben Auskunft geben, ob er zur Organspende bereit ist. Das bedeutet das Ende der jetzigen Zustimmungslösung. Seit 1997 dürfen hierzulande nach dem Hirntod Organe nur entnommen werden, wenn der Gestorbene zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat. Gibt es keine Erklärung, müssen die Angehörigen entscheiden - im Sinne des Verstorbenen.

( epd )