Runder Tisch Missbrauch beschließt 100-Millionen-Euro-Fonds für Opfer
Der Runde Tisch Kindesmissbrauch hat seine Arbeit beendet. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
(FDP) kündigte nach der letzten Sitzung des Gremiums am Mittwoch in Berlin an, der Bund wolle Hilfen im Umfang von 100 Millionen Euro zur Hälfte finanzieren. Die weitere Finanzierung solle demnächst mit den Ländern beraten werden. Der Runde Tisch verabschiedete einstimmig einen Abschlussbericht, der zahlreiche Empfehlungen und Beschlüsse enthält.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte, der Runde Tisch habe einen ersten Schritt zu einer "Kultur der Aufmerksamkeit" gemacht. "Das Schweigen ist gebrochen", sagte Schavan. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ergänzte: "Wir sind nicht am Ende unserer Anstrengungen angelangt." Der große Teil der Arbeit sei noch zu tun. Kinderschutz müsse immer neu erkämpft werden.
Der Runde Tisch beschloss, dass Betroffene Hilfen wie etwa Therapien in Höhe von maximal 10.000 Euro finanziert bekommen sollen. Barauszahlungen sind nicht geplant. Zudem sollen Missbrauchsopfer länger als bisher die Möglichkeit erhalten, auf Schadensersatz zu klagen. Die zivilrechtliche Verjährungsfrist soll von derzeit drei auf 30 Jahre verlängert werden.