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8.7.2011

PID-Gegner wollen Fallzahlen begrenzen

Nach der Bundestagsentscheidung für Gentests an Embryonen fordern Gegner eine enge Auslegung des beschlossenen Gesetzes. "Ich habe die große Sorge, dass wir nun auf eine abschüssige Ebene geraten sind", sagte der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Günter Krings (CDU), der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe) zur Präimplantationsdiagnostik. Er befürchte, dass die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) immer weiter zunehmen werde. "Wir werden uns die Zahlen und auch die Art der Fälle sehr genau anschauen müssen", mahnt der CDU-Politiker. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck verlangte, es müsse nun darum gehen, klare Grenzen bei der PID-Anwendung festzulegen. Nach christlicher Überzeugung seien Embryonen der Anfang menschlichen Lebens, sagte der katholische Theologe den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Deshalb sei die Auswahl menschlicher Embryonen ein Verstoß gegen die personale Würde, die jedem Menschen zukomme. "Ich habe Verständnis dafür, dass Eltern sich ein gesundes Kind wünschen, aber ein Recht darauf kann es nicht geben", betonte Overbeck. Am Donnerstag hatten sich bereits Vertreter der beiden großen Kirchen besorgt über den Bundestagsbeschluss geäußert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, nannte die Freigabe der PID "zu weit gehend". Der Bundestag hatte zuvor Gentests an Embryonen unter bestimmten Auflagen zugelassen. Entscheiden soll in jedem Einzelfall eine Ethikkommission. Bei der PID werden künstlich erzeugte Embryonen genetisch untersucht, um bei künstlichen Befruchtungen die Weitergabe bestimmter schwerer Erbkrankheiten zu verhindern. Genetisch belastete Embryonen werden aussortiert.

( epd )