Radio hören

7.7.2011

Gegner und Befürworter ringen im Bundestag um PID-Entscheidung

Vor der Entscheidung des Bundestags über eine Neuregelung der Präimplantationsdiagnostik (PID) haben Befürworter und Gegner der Zulassung von Gentests an Embryonen am Donnerstag in einer sachlichen und ernsthaften Debatte für ihre Positionen geworben. Die PID-Befürworterin und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Ulrike Flach (FDP), rückte die Nöte von erblich belasteten Paaren in den Mittelpunkt. Männern und Frauen, die mit einem schwerkranken Kind, einer Tot- oder Fehlgeburt rechnen müssten, werde mit der PID die Entscheidung für ein Kind erleichtert, sagte Flach. Die Verbots-Befürworter argumentierten mit der Unantastbarkeit des Lebens. Der stellvertretende Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte, er lehne die PID ab, weil sie "die Selektion, eine Qualitätsüberprüfung des Lebens" bedeute. Zwar könnten Gentests an Embryonen in einzelnen Fällen Leid verhindern, so Thierse. Schwerer wiege aber, dass sie menschliches Leben verhinderten. Den Abgeordneten liegen drei fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe zur Abstimmung vor. Zwei Anträge beinhalten eine Zulassung der PID in engeren oder weiteren Grenzen, der dritte ein vollständiges Verbot von Gentests an Embryonen. Der Ausgang der Abstimmung ist offen, da sich rund 170 Abgeordnete noch keinem Antrag angeschlossen haben.

( epd )