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27.6.2011

Sozialwort der Bischöfe mahnt gesellschaftliche Erneuerung an

Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben ein neues Sozialwort vorgelegt. Der am Montag in Berlin vorgestellte Text trägt den Titel "Chancengerechte Gesellschaft - Leitbild für eine freiheitliche Ordnung". Darin fordern die Bischöfe auf Grundlage des Freiheitsbegriffs der katholische Soziallehre eine gesellschaftliche Erneuerung Deutschlands ein. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx präsentierte als Vorsitzender der bischöflichen Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen das 38-seitige Dokument, das auch konkrete politische Vorschläge enthält. Die Voraussetzungen für einen "Wohlstand für alle" seien "zwischenzeitlich aus dem Blick geraten", heißt es in dem Papier. Deswegen müsse das Motto nun lauten "Chancen für alle". Im Mittelpunkt des neuen bischöflichen Schreibens steht der Begriff der Freiheit. Er sei der "zentrale sozial-ethische Maßstab" der Kirche, schreibt Marx. "Jedem soll die Chance eröffnet werden, die Freiheitsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft auch persönlich zu nutzen." Konkret fordern die Bischöfe Reformen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Sie halten kostenlose Kindergartenplätze ebenso für notwendig wie eine "aufsuchende Elternarbeit", die benachteiligten Kindern hilft. Die Oberhirten wünschen sich auch von kirchlichen Schulträgern, dass sie sich stärker als bisher "jenseits der Gymnasien engagieren", um Schüler aus bildungsfernen Schichten stärker zu fördern. Zudem können sich die Autoren des Textes eine "Ausweitung der Besteuerung" insbesondere bei großen Vermögen vorstellen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen hingegen lehnen sie ab, weil dadurch Anreizeffekte wegfallen würden.

( kna )