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9.2.2011

Schockenhoff zu Bischof Algermissens Kritik

Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff hat die Kritik von Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen an den Unterzeichnern der Theologen-Erklärung zurückgewiesen. Der Vorwurf mangelnder Solidarität mit der katholischen Kirche sei ein "stereotyper Abwehrreflex, um Kritiker zu diskreditieren", sagte Schockenhoffam Mittwoch in Freiburg. Tatsächlich ständen die Unterzeichner nicht nur in ihrer theologischen Arbeit loyal zur Kirche; die meisten engagierten sich auch in ihren Pfarrgemeinden. Einem Bischof sei der Dienst an der Einheit aufgetragen. Ausgrenzende und verunglimpfende Aussagen ständen ihm nicht zu und schadeten der Autorität des Bischofsamtes. Algermissen hatte das Papier von rund 200 Theologen über die Situation der katholischen Kirche als "allzu plakativ" bewertet. Zwar sei Dialog durchaus erwünscht, doch dürfe dieser nicht durch "Besserwisserei von vornherein blockiert werden". Das Memorandum lasse "die Verarbeitung der Grundlagentexte des Zweiten Vatikanischen Konzils vermissen". Ohne ein Mitfühlen mit der Kirche werde Theologie aber "zum reinen Glasperlenspiel". Theologieprofessoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten in dem Memorandum "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch" unter anderem für eine stärkere Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung von Amtsträgern, die Priesterweihe auch von Verheirateten, eine verbesserte kirchliche Rechtskultur und für mehr Respekt vor individuellen Lebensentscheidungen geworben.

( kna )