Hospiz-Stiftung zu Sterbehilfe-Urteil: Schwarzer Tag für Schwerstkranke
Angesichts des Sterbehilfe-Urteils des Bundesgerichtshofs spricht die Deutsche Hospiz-Stiftung von einem "schwarzen Tag für die Schwerstkranken in Deutschland". Vorstand Eugen Brysch kritisierte das Urteil im domradio: Der Bundesgerichtshof habe außer Acht gelassen, dass beim Nichtvorliegen einer Patientenverfügung lebenserhaltende Maßnahmen nur dann eingestellt werden dürfen, wenn dies zweifelsfrei der Patientenwille ist. Im vorliegenden Fall gab es aber nur ein Vier-Augen-Gespräch en passant zwischen Tochter und Mutter. Das dürfe nicht ausreichen, so Brysch. Die Deutsche Hospiz-Stiftung fordert vom Gesetzgeber Regelungen, die den Willen von Schwerstkranken nicht zum Spielball fremder Interessen machten. Das Gesetz über Patientenverfügungen müsse eindeutig vorschreiben, dass mehrere Angehörige zu befragen sind. Außerdem habe darüber eine klare Dokumentation zu erfolgen, so Brysch. - Die katholische Kirche fürchtet eine "ethische Verunklarung" durch das Urteil. Die Karlsruher Richter hätten nicht deutlich genug zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe unterschieden, kritisierte die Deutsche Bischofskonferenz.