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22.6.2010

Niebel entschuldigt sich

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat sich für seine Kritik an der israelischen Palästina-Politik entschuldigt. Die Formulierung, für Israel sei es "fünf vor zwölf", sei "unglücklich gewählt, weil sie interpretationsfähig war", räumte Niebel in der "Welt" (Dienstag) ein. Israel hatte dem Minister und seiner Delegation am Sonntag die Einreise in den palästinensischen Gazastreifen verweigert. Niebel sprach daraufhin von einem "großen außenpolitischen Fehler" der israelischen Regierung. In der "Welt" zeigte sich Niebel betroffen über die Aufregung, die seine Äußerungen hervorgerufen hätten. Das deutsch-israelische Verhältnis sei dadurch jedoch nicht gefährdet. Ähnlich äußerte sich der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Johannes Gerster. Im Bayerischen Rundfunk rief Gerster zu Besonnenheit auf. Er sei überzeugt, dass sowohl die deutsche, als auch die israelische Seite an der Freundschaft festhielten. Unterdessen begrüßten die Vereinten Nationen die Entscheidung Israels, Lebensmitteltransporte in den Gazastreifen zuzulassen. Dies erleichtere die Situation der rund 1,5 Millionen Einwohner.

( kna / dr )