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Hans-Bernd Serries Samstag,
4. Februar
Mk 6,30-34

Hans-Bernd Serries


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5.11.2008

Bischof Grave im domradio über seine Brasilienreise mit Jürgen Rüttgers

„Globalisierung ist kein Teufelszeug“

Eine Woche lang war NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in Brasilien unterwegs. Begleitet wurde er von einer 20-köpfigen Delegation - darunter der emeritierte Essener Weihbischof Franz Grave. domradio sprach mit dem Vorsitzenden der Bischöflichen Kommission Adveniat über seine Einrücke der Reise. „Es ist gut, sich vor Ort über Entwicklungen zu informieren.“

Bild
  • Franz Grave und Jürgen Rüttgers beim gemeinsamen Gebet.

    Franz Grave und Jürgen Rüttgers beim gemeinsamen Gebet. (©nrw)

Audio Beitrag
  • Ein Interview mit Weihbischof Franz Grave (Essen): Über seine Brasilien-Reise mit Jürgen Rüttgers (5.11.2008)
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domradio: Sie kennen als Adveniat-Bischof Brasilien sehr gut. Konnte Sie diese Reise dennoch beeindrucken?
Grave: Dieser Besuch hatte einen anderen Akzent als die Projektbesuche, die wir sonst mit Adveniat machen. Der Blick war diesmal mehr auf die politische und wirtschaftliche Seite gerichtet. Besonders beeindruckt hat mich der Besuch einer Baustelle, auf der ein großes Stahlwerk entsteht. Eine technische Meisterleistung! Und ich hatte nicht den Eindruck, dass hier Industriemaßnahmen zu Ungunsten von Natur und Ökologie errichtet werden. Ein gutes Beispiel für gelungene Globalisierung.

domradio: Brasilien ist Partnerland von Nordrhein-Westfalen - welche Fragen standen in diesem Zusammenhang im Mittelpunkt?
Grave: Die Frage des gegenseitigen Austauschs, vor allem: Inwieweit kann deutsche Technologie in Brasilien angebracht werden? Inwieweit kann die Brücke von Duisburg oder Essen nach Lateinamerika geschlagen werden? Und was bedeutet das gegenseitig? Es ist erkennbar, dass die Begegnungen mit den Unternehmern ein Erfahrungsaustausch zum Ziel hatte nach dem Motto: Wir haben bereits gute Erfahrungen gesammelt und müssen das fortsetzen.    

domradio: Wie konnten Sie den Ministerpräsidenten unterstützen bei der Reise?
Grave: Die Frage hatte ich mir beim Durchlesen der Einladung auch gestellt. Dann wurde ich aber schnell aufgeklärt: Die Reise soll keine Ausnahme bleiben.
Mit viele Fragen - auch den technischen - sind auch ethische Fragestellungen verbunden. Und vor Ort habe ich gemerkt, dass eine ethische Orientierung durchaus erwünscht ist. Das kenne ich schon aus dem Ruhrgebiet.

domradio: Welche Bilanz ziehen Sie?
Grave: In Bezug auf die Frage der Globalisierung und wie man sie verstehen kann, habe ich eher positive Eindrücke mitgenommen. Ich habe den Eindruck, dass es gut ist, sich vor Ort über Entwicklungen zu informieren. Damit wir nicht nur über Dinge reden, die wir gar nicht kennen. Globalisierung ist für mich kein Teufelszeug, sie ist zu gestalten. In einer ethisch orientierten Globalisierung liegt unsere Chance. Und die Kirche ist bei den großen Fragen von Wirtschaft und Ökonomie sehr gefragt, das ist mir bewusst geworden. Und ich würde mir wünschen, dass wir diesen Dialog auch weiterhin betreiben.

Hören Sie hier das Interview in voller Länge nach.

(dr)

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