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Hans-Bernd Serries Samstag,
4. Februar
Mk 6,30-34

Hans-Bernd Serries


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21.10.2008

Muslime wollen sich an der Notfallseelsorge beteiligen

Von Christen lernen

Schicksalsschläge können jeden treffen. Der Wandel in den sozialen Strukturen führt dazu, dass auch deutsche Muslime in Krisensituationen immer seltener auf den traditionell starken Familienverband zurückgreifen können. Vertreter islamischer Verbände haben sich jetzt dafür ausgesprochen, Muslime stärker in die Notfallseelsorge einzubeziehen, obwohl der Islam eigentlich keine Seelsorge kennt.

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  • Erste Hilfe für die Seele - Bedeutung der Notfallseelsorge nimmt zu

    Erste Hilfe für die Seele - Bedeutung der Notfallseelsorge nimmt zu (©ddp)

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  • Die Christlich Islamische Gesellschaft erarbeitet Konzept zur Notfallseelsorge

Es gebe Bedarf für eine islamische Seelsorge nach Unglücken und plötzlichen Trauerfällen, sagte Kemalettin Oruc, Dialogbeauftragter der Türkisch-Islamischen Union (DITIB), in Köln. Bislang seien Imame jedoch nicht ausgebildet, um Angehörigen nach tragischen Vorfällen Beistand zu leisten. „In der Türkei gibt es solch eine Seelsorge nicht“, sagte Oruc mit Blick auf die christliche Notfallseelsorge.

Engin Karahan, Öffentlichkeitsreferent der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), hielt eine Notfallbegleitung für Muslime ebenfalls für notwendig. Dazu sollten sich die bestehenden Seelsorgesysteme stärker für muslimische Partner öffnen. Zugleich müssten sich auch die Muslime mehr einbringen. „Ich denke, man kann aus dem Erfahrungsschatz der christlichen Notfallseelsorge schöpfen“, sagte Karahan. Eine eigene Krisenbegleitung nur für Muslime lehnte er ab. Es sollte einen gemeinsamen Pool aller Religionen geben.

Im Islam gebe es eigentlich keine Seelsorge wie im Christentum, erklärte Nigar Yardim, muslimische Theologin des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ). Der islamische Fürsorge-Gedanke sei in der Praxis jedoch ähnlich. Yardim betonte, dass Christen sterbenden oder trauernden Muslimen nicht mit islamischen Gebeten beistehen könnten. Wenn in einer Unfallsituation aber nur ein christlicher Seelsorger zugegen sei, könne er einem Muslim trotzdem auf menschliche Weise Trost spenden.

Auch der evangelische Landespfarrer für Notfallseelsorge im Rheinland, Joachim Müller-Lange, betonte, dass Christen eine Krisenbegleitung von Muslimen für Muslime nicht ersetzten könnten.

Wenn katholische oder evangelische Seelsorger an einen Unglücksort gerufen würden, wüssten sie zunächst nicht, welchen Glauben ein Betroffener habe. Deshalb sei es wichtig, bei Bedarf auch an geschulte muslimische Helfer verweisen zu können, sagte Müller-Lange bei der Fachtagung der Christlich-Islamischen Gesellschaft.

Es gibt bundesweit rund 250 Notfallseelsorgeteams, die unmittelbar nach tragischen Vorfällen den Opfern und ihren Angehörigen zur Seite stehen. Getragen werden die Dienste meist von Pfarrern und anderen Mitarbeitern der evangelischen und katholischen Kirche. Daneben gibt es auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter, die speziell für diese Aufgabe geschult wurden. Um auch Muslime stärker einzubinden, arbeitet die Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG) derzeit an einer Erweiterung der bisherigen Ausbildung für Notfallseelsorger.

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