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Hans-Bernd Serries


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19.5.2008

Kasper schließt Änderung an Karfreitags-Fürbitte nicht aus - Wunsch nach Rückkehr zum Dialog

Alles bleibt anders?

Kurz vor dem von Absagen jüdischer Vertreter betroffenen Katholikentag in Osnabrück sorgt Kurienkardinal Walter Kasper für Aufsehen im Streit um die „Judenfürbitte“: Er schließt eine Korrektur an der neu formulierten tridentinischen Karfreitags-Fürbitte offenbar nicht aus. „Es kann schon nochmals daran gearbeitet werden“, sagte Kasper der „Südwest-Presse“. Bloß: Ein Bitte danach sei aber „offiziell nicht an uns herangetragen worden“.

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  • Walter Kardinal Kasper: Zuständig für Ökumene-Fragen im Vatikan

    Walter Kardinal Kasper: Zuständig für Ökumene-Fragen im Vatikan (©kna)

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  • Kommentar: Eberhard v. Gemmingen zur Fürbittendiskussion (2.3.2008)
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Deshalb gebe es momentan auch keine entsprechenden Überlegungen. Änderungen habe es aber im Laufe der Geschichte „immer mal wieder“ gegeben. Zugleich äußerte der für den Dialog mit dem Judentum zuständige Kurienkardinal die Erwartung, dass es im Streit zwischen Katholiken und Juden um die Karfreitagsfürbitte zu einer Rückkehr zum Dialog komme. Das christlich-jüdische Gespräch in Deutschland befinde sich derzeit in einer schwierigen Periode. Er denke aber, „wir finden auf das bisherige Niveau des Dialoges zurück“.

Kasper wies Kritik an Papst Benedikt XVI. wegen der Textänderung bei der Fürbitte zurück. Als Theologieprofessor, Bischof und Kardinal habe der jetzige Papst viel beigetragen zum christlich-jüdischen Dialog. Von den Juden in Amerika und Israel werde dies auch anerkannt. Benedikt XVI. habe ein Gebet, das von den Juden als beleidigend empfunden worden sei, verbessert und viel guten Willen gezeigt. „Das ging aber nicht ganz so weit, wie gewünscht oder erwartet worden war.“ Der Kardinal bekräftigte, es gehe um ein Gebet und nicht um eine Aufforderung zur Mission oder zur Bekehrung der Juden. Juden und Christen, so Kasper weiter, müssten einander das Recht lassen, „dass jeder nach seinem Glauben betet“. Diesbezüglich sei Toleranz gefragt.

Zwei Fassungen der Fürbitte

Für die Juden-Fürbitte am Karfreitag gibt es derzeit zwei Fassungen. Gemäß dem „ordentlichen“ Ritus beten die Katholiken, dass Gott die Juden „in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen bewahre, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.“ In der Fürbitte wird ferner darum gebetet, dass die Juden „zur Fülle der Erlösung gelangen“. Der Text ist seit 1970 verbindlich.

Im „außerordentlichen“ Ritus lautet die Bitte, dass Gott die Herzen der Juden „erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen“ und dass „beim Eintritt der Fülle der Völker in Deine Kirche ganz Israel gerettet wird.“ Dieser von Papst Benedikt XVI. formulierte Text ist seit 2008 in den wenigen Karfreitagsliturgien nach dem traditionalistischen Ritus vorgeschrieben. Er ersetzt eine ältere Form, die noch von „Verblendung der Juden“ sprach. Auch der vom Papst für die Traditionalisten neu formulierte Text stößt bei einigen jüdischen und christlichen Theologen auf Kritik, die darin ein Hindernis für den Dialog von Kirche und Judentum sehen.


(kna)

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