18.3.2010
Missbrauch an Schule der Steyler Missionare in den 80er Jahren
Auch in Westfalen
Das Opfer habe darum gebeten, gegenüber der Öffentlichkeit anonym zu bleiben, so Provinzial Bernd Werle. Der Orden entspreche der Bitte. Die Steyler Missionare waren bis 1996 Träger der Schule. Sie ist jetzt in Händen des Bistums Münster. Über den Fall wurde laut Angaben der Bischof von Münster, in dessen Diözese Neuenkirchen liegt, der Beauftragte für sexuellen Missbrauch des Bistums sowie die Schulleitung informiert.
«Entsprechend der damaligen Vorgehensweise», so der Orden, sei der Täter nach Bekantwerden der Tat versetzt worden. Ihm seien Aufgaben übertragen worden, die ihm einen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen nicht mehr ermöglicht hätten. Eine Therapie für den Täter wurde nicht eingeleitet.
«Heute würde es einen solchen Umgang mit den Geschehnissen nicht mehr geben», so Werle. Entsprechend den «Leitlinien zum Vorgang bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Ordensleute» sei heute eine Therapie unerlässlich. Auch würde jetzt der Täter Kontakt zu dem unabhängigen Beauftragten des Ordens aufnehmen müssen.
«In meiner Verantwortung für die Steyler Missionare in Deutschland möchte ich die Opfer und ihre Familien um Vegebung bitten für das Unrecht, das ihnen durch Mitglieder unserer Ordensgemeinschaft angetan wurde», so Werle. Mögliche weitere Opfer und deren Angehörige sollte sich melden. Der Beauftragte werde dann Maßnahmen wie eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft oder den Anspruch auf Entschädigung prüfen.
Das Arnold-Janssen-Gymnasium in Neuenkirchen stand den Angaben zufolge bis 1996 unter Trägerschaft des Ordens. Es wurde dann in die Hände des Bistums Münster übergeben. Die Niederlassung der Steyler Missionare am Ort wurde 2008 geschlossen.
( kna )