19.11.2021

Es geht um Leben und Tod

Deutschland trudelt in den nächsten Corona-Winter, Menschen sterben, Intensivbetten werden knapp, verschärfte Einschränkungen für alle drohen. Ist das ein Grund, Ungeimpfte in Notfall nicht zu behandeln?

„Was muss eigentlich noch geschehen, um Sie zu überzeugen?!“ Bundespräsident Steinmeier appellierte fast verzweifelt an die Impfverweigerer. Die Corona Lage ist ernst und wird immer dramatischer. Jeden Tag neue Hijob-Botschaften. Die Kliniken funken SOS – die Betten auf den Intensivstationen drohen in nächster Zeit knapp zu werden. In Salzburg haben die Landeskliniken bereits ein Triage-Team zusammengestellt. Bei uns warnen erste Notärzte vor Triage. Triage kommt aus der Militärmedizin. Es geht um Auswahl, Sortieren oder Sichtung – im Ernstfall um Leben und Tod. Wenn Ressourcen begrenzt sind und nicht mehr alle gleich intensiv behandelt werden können muss entschieden werden. Wer hat die besten Erfolgsaussichten der Intensivtherapie. Wer kann den Corona-Virus besser wegstecken? Wer bekommt das letzte Bett? Der 36-jährige Ungimpfte oder die 72-jährige, die alle Empfehlungen befolgt hat und geimpft ist? 

Es hilft, wenn die Mediziner sich vorher diese Fragen stellen und nicht erst, wenn zu viele Schwererkranke vor den überfüllten Intensivstationen stehen. Ja, es gibt Richtlinien. Es gibt Empfehlungen des Ethikrates. Und immer gilt das Prinzip der Gleichbehandlung eines jeden Menschen. Das ist nicht neu. Selbstmörder werden behandelt, Risikosportler – ganz egal ob Radfahrerinnen oder Motorradfahrer ohne Helm gefahren sind – im Notfall wird immer geholfen. Unsere Krankenkassen zahlen auch Rauchern die nötige Lungenoperation.

Ich bin mit zwei Ärzten befreundet, die in ihren Kliniken den Tod jeden Tag vor Augen haben. Ihnen ist mittlerweile jedes Verständnis für Impfverweigerer verloren gegangen. Ich bin dankbar, dass sie, wie fast alle Ärztinnen und Krankenpfleger jeden Tag Höchstleistung bringen. Dass sie alle sich aufreiben und ihre eigene Gesundheit dabei nicht schonen. Dankbar, dass sie im Notfall auch wenn sie wie der Bundespräsident kein Verständnis mehr haben,  Ungeimpfte genau so gut und professionell behandeln, wie Geimpfte. 

Ihr Ingo Brüggenjürgen

Chefredakteur

 

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