29.11.2019

Von langsam mahlenden Mühlen und Mutmachern

Kreuz mit der Kirche

Mit Blick auf Skandale und Missbrauchsfälle findet DOMRADIO.DE-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen es nicht leicht, in das Loblied auf den eigenen Laden einzustimmen. Da mache die Aussage von Papst Franziskus zu Atomwaffen und Kernenergie Mut.

Bisweilen ist es ein echtes Kreuz mit der Kirche. Gerade in diesen Tagen fällt es dem Otto-Normal-Christen im Weinberg des Herrn nicht immer leicht, in das Loblied auf den eigenen Laden einzustimmen. Da sind zum einen immer noch die nicht enden wollenden Nachrichten über Missbrauchsfälle. Dass die Personalverantwortlichen in gleich drei NRW-Bistümern versagt haben, und ein zweifach verurteilter Priester noch Jahrzehnte lang im Dienst blieb, stinkt wahrlich zum Himmel. Auch die Kette der Finanzskandale reißt nicht ab. Nach Limburg und Eichstätt bedauert in dieser Woche der Papst selber den erneuten Machtmissbrauch im Vatikan. Wenn es wirklich stimmt, dass Geld für die Armen aus dem Peterspfennig durch korrupte Machenschaften in die falschen Hände kam, dann ist auch dies ein himmelschreiender Skandal. Tröstlich alleine ist, dass in beiden aktuellen Fällen die innerkirchlichen Kontrollmechanismen offenbar funktioniert haben. Leider alles sehr langsam und spät – aber offenbar mahlen die Mühlen jetzt endlich. Gott sei Dank – ein Lichtblick! Gerade jetzt, da der Advent beginnt.

Für helle Freude sorgt bei mir auch Papst Franziskus, der klarer und deutlicher als alle seine Vorgänger atomare Massenvernichtungswaffen verurteilt und dem Einsatz von Atomwaffen ohne Wenn und Aber eine Absage erteilt. Dass der Papst im gleichen Atemzug auch noch die friedliche Nutzung der Atomenergie hinterfragt, erfreut natürlich nicht alle. Mir aber gefällt ein Papst, der uns schonungslos den Spiegel vorhält: Solange kein Mensch eine verantwortliche Lösung für den Atommüll hat, und atomare Katastrophen wie die in Tschernobyl und Fukushima uns unsere menschlichen Unzulänglichkeiten zeigen, freue ich mich über einen Papst, der die Bewahrung der Schöpfung zur Chefsache macht. Auch den Schöpfer des Himmels und Erde dürfte es freuen, wenn er nicht nur im Glaubensbekenntnis an erster Stelle steht, sondern seine Frohe Botschaft auch wirklich gelebt wird. Das macht Mut – und tut gut!

 

DOMRADIO.DE Newsletter

Den Wochenkommentar, das Wort des Bischofs und viele Informationen zu unserem aktuellen Radioprogramm finden Sie auch in unseren Newslettern.

Newsletter abonnieren
 

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 23.01.
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Programmtipps

  • Markusevangelium
    24.01.2020 07:50
    Evangelium

    Mk 3,13-19

  • Markusevangelium
    25.01.2020 07:50
    Evangelium

    Mk 16,15-18

  • Pater Werenfried van Straaten
    25.01.2020 11:00
    Gottesdienst

    Jahresgedenken für Pater Weren...

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten