11.10.2019

Trotzdem verändert sie die Welt
Greta ist kein Gott

Man muss Greta Thunberg nicht unbedingt mögen, findet DOMRADIO.DE-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen. Doch eines müsse man der Fast-Friedensnobelpreisträgerin zugestehen: Sie ist dabei, uns und die ganze Welt zu verändern.

Man muss Greta Thunberg nicht mögen! Es ist auch leicht, Greta zu verspotten: Ihr Alter, ihr Asperger-Syndrom, ihre Theatralik vor der UNO, ihre religiös wirkende Endzeitrhetorik. Den ganzen Medienhype, den sie immer noch auslöst. Und jetzt auch noch beinahe der Friedensnobelpreis! Nein, man muss die Begeisterung für dieses 16-jährige Mädchen nicht teilen. Aber man muss zugeben, dass Greta dabei ist, uns und die ganze Welt zu verändern.

Wir wussten es eigentlich schon lange, dass die Erde – ja die ganze Schöpfung – ernsthaft bedroht ist. Wir wussten auch, dass unser eigenes Verhalten das Weltklima zerstört. Doch wir haben lieber weggeschaut, waren zu lange viel zu fett und bequem. Haben es uns schön gemütlich gemacht, in unserer verlogenen Selbstgerechtigkeit und Selfie-Verliebtheit. Unser Wissen hat nicht zu der dringend notwendigen Veränderung unseres Verhaltens geführt.

Weder Obama noch der Papst haben es geschafft, dass wir endlich aufbrechen aus dieser zerstörerischen Bequemlichkeit. Aber Greta – sie hat weltweit eine ganze Generation in Bewegung gebracht. Noch ist unsicher, ob die "Fridays for Future"-Bewegung wirklich die Zukunft sichert. Aber sicher ist, dass Greta Thunberg und ihre Mitstreiter erfolgreich zuerst sich selber und dann auch uns bereits verändert haben.

Greta macht nicht nur mir Mut. Sie zeigt, dass es keine Präsidenten oder Päpste braucht – sondern dass jeder Einzelne von uns umkehren kann. Greta ist kein Gott – aber ein liebenswertes Kind Gottes. Wie jeder von uns! Und Gottes Kinder können aufbrechen und umkehren. Umkehren zu Frieden und Gerechtigkeit. Umkehren zur Liebe! Umkehren zum Leben!

 

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