22.03.2019

Meine Kirchen, ihre Fehler und Ich

Neuanfang mal anders

Das Frühlingswetter lässt unseren DOMRADIO.DE Chefredakteur schwärmen von Neuanfängen und Aufbrüchen. Die sind auch in der Kirche nötig, aber wir sollten immer dran denken: Wir sind alle nur Menschen!

Pünktlich zum Frühlingsanfang werde ich nicht mehr durch das Plätschern der Dachrinnen geweckt, sondern durch ein quietschfideles Vogelkonzert. Ade, nasskalte Dunkelheit morgens auf dem Weg zur Arbeit. Wenn ich am Abend heimkehre, braucht mein Fahrrad kein Licht mehr. Herrlich – selbst wenn uns kein neuer Jahrhundertsommer erwarten sollte. Wir haben den Winter hinter uns. Früher, in Zeiten, als es noch keine Supermärkte gab, in denen selbst an den kältesten Wintertagen frisches Obst und Gemüse nie ausgehen, freuten sich die Menschen, wenn sie den Winter irgendwie überlebt hatten. Heute geht es nicht mehr ums Überleben. Doch die Lebensfreude und Lebenslust steigen auch heute noch überall spürbar wie das Thermometer. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn die strahlende Sonne in der Mittagspause ihre Wärme schenkt. Dann verstehe ich mit Haut und Haaren, warum die ersten Menschen einen Sonnengott verehrten. In vielen Darstellungen der Kunst begegnet uns die Sonne, wenn der Schöpfergott dargestellt wird. Ja, auch mein Gott schenkt Wärme, Licht und Leben. Jetzt, in den ersten Tagen des Frühlings, spüre ich das ganz besonders. Aber mein Gott ist mehr als ein nie endender Energiespender, der meinen leeren Lebens-Akku wieder auflädt. Mein Gott ist real, personal, einfach genial.

Meine Kirche ist das gerade leider nicht. Da geht es ihr nicht besser als mir. Auch ich mache Fehler. Ich bleibe hinter den von mir selbst gesteckten Zielen. Ich erfülle nicht alle Hoffnungen und Erwartungen. Ja, auch ich falle in die dunklen Löcher, die Angst und Sorge heißen, die aber in jedem Leben wohl auch dazu gehören. Aber ich kann wieder aufstehen. Jeden Tag neu anfangen. Mein Gott hat den Neuanfang quasi erfunden. Wie nach einem dunkelkalten Winter schenkt er neues Leben. Mit jedem neuen Sonnenaufgang kann ich dieses Leben in Fülle, das uns Gott schenkt, neu für mich erobern, meine Fehler und Ängste hinter mir lassen, ganz neu durchstarten und besser werden. Jeder kann das. Du und ich – Ihr und wir. Wir müssen es nur wollen. Wo ein Wille ist, da weist Gott den Weg. Das gilt übrigens dann auch für meine in diesen Tagen arg gebeutelte Kirche. Denn Du und ich, wir und Ihr sind diese Kirche. Möge uns die Sonne des Lebens die nötige Kraft zum Aufbruch und Neuanfang schenken.

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