22.02.2019

Ein Zitat zum bischöflichen Umgang mit der Missbrauchsthematik
„Wie ein Hühnerhof!“

In seinem Wochenkommentar verschreibt sich der DOMRADIO.DE Chefredakteur einem sprachlichen Bild, das der Trierer Bischof Ackermann bemüht hat, um die Bischofskonferenz in ihrer Reaktion auf die Missbrauchsthematik zu beschreiben.

So beschreibt der Trierer Bischof Ackermann das derzeitige Verhalten seiner Mitbrüder im bischöflichen Amt zum Missbrauchsthema. In Rom steht das Thema beim Gipfel mit den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt in dieser Woche im Mittelpunkt, und auch bei der Vollversammlung der deutschen Bischöfe Mitte März in Lingen wird das missliche Dauerthema weiter beackert werden müssen, um im Hühnerhofbild von Stephan Ackermann zu bleiben, der auch bei der Deutschen Bischofskonferenz Beauftragter für den sexuellen Missbrauch ist. Angesichts des medialen und öffentlichen Drucks lassen sich die Stimmen der Kirchenmänner sehr zum Verdruss der kirchlichen Pressestellen längst nicht mehr koordinieren, und so gackert dann jeder auf dem bischöflichen Hühnerhof vor sich hin. Wer jemals aufgeregte Hühner beobachtet hat, weiß, dass Ackermanns Bild passt, auch wenn auf dem Kirchhof eigentlich nur Hähne etwas zu krähen haben. Längst hält sich keiner mehr an die Pickordnung. Junges Federvieh scharrt wie wild auf dem klerikalen Misthaufen, nicht immer zur Freude der Althähne. Hier wird gegackert, als wenn man das Ei des Kolumbus gelegt hätte, und dort gockelt man um die Wette, wer denn eigentlich den Hut auf hat. Verbitterte Hahnenkämpfe gibt es leider auch – wahlweise ist immer der andere ein „Nestbeschmutzer“ – oder eben „ein blindes Huhn“. Zu viele bauen nur ihr eigenes Nest. Hilft es aber, wenn jetzt in den Bistumsspitzen nur noch gegenseitig die Hühnchen gerupft werden, dass die Federn fliegen?

Vielleicht meinte der Ackermann aus der Eifel auch gar nicht den sprichwörtlichen Hühnerhof, sondern hatte längst die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Hühnerforschung im Blick? Danach sind Hühner echte „Intelligenzbestien“ – „tiefe Freundschaftsbeziehungen sind bei Hühnern keine Seltenheit“. Hühner können „echtes Mitgefühl“ entwickeln. Tierverhaltensforscher sind sich inzwischen ganz sicher: „Hühner können sich unterhalten und sogar sinnbringend“. Gerade in diesen Zeiten, wo das Kirchenschiff von allen Seiten unter Druck gerät und sich in schwerer See befindet, macht Ackermanns Bild dann doch wieder Mut.

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